Nordische WM: Der venezolanische Sturzpilot auf Langlaufski

Seine Heimat zählt definitiv nicht zu den Wintersportgrößen, in Lahti zeigt Adrian Solano eine ausbaufähige Technik, etliche Stürze und einen eisernen Willen.

Adrian Solano
Adrian Solano
Adrian Solano – REUTERS

Für Erheiterung bei den Zuschauern sorgte in der Sprint-Qualifikation der Langläufer Adrian Solano. Der Venezolaner hatte sichtliche Probleme bei der Skitechnik, kam immer wieder zu Sturz - er schaffte sogar das Kunststück Kopf voran in den Schnee zu fallen. Unter aufmunterndem Beifall schleppte sich der 22-Jährige am Ende seiner Kräfte über die Loipe und erreichte schließlich als abgeschlagener Letzter mit über zehn Minuten Rückstand das Ziel. Bereits in der Qualifikation für den 10-km-Einzelbewerb hatte er eine Kostprobe seiner ausbaufähigen Skikünste gegeben.

"Genial, ich bin sehr stolz auf mich. Ich weiß, das war erst der Anfang von etwas Großem. Gestern bin ich noch gut 30 Mal gestürzt, heute nur noch vier Mal", sagte Solano mit glänzenden Augen im ORF-Interview im Ziel. "Wer weiß, vielleicht werden es sogar die Olympischen Spiele. Aber es heißt Schritt für Schritt weiter trainieren."

Erst in Haft, dann bei der WM

Schon die Anreise nach Lahti war für Solano zum Hindernislauf geworden. Französische Grenzbeamte hatten ihn wegen Terroristmus- bzw. Drogenschmuggelverdachts festgenommen, da er nur umgerechnet 20 Euro bei sich führte. Auf Intervention der venezolanischen Botschaft durfte der Athlet die Heimreise antreten und kam somit erst mit Verspätung in Finnland an.

(red)

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