Damenabfahrt: Erneut Triumph für Vonn, Debakel für ÖSV

Weltmeisterin Lindsey Vonn gewann in Haus im Ennstal ihre vierte Abfahrt in diesem Winter. Für die Österreicherinnen setzte es das ärgste Debakel seit 16 Jahren. Beste ÖSV-Läuferin Fenninger auf Platz 21.

Damenabfahrt: Erneut Triumph für Vonn, Debakel für ÖSV
Damenabfahrt: Erneut Triumph für Vonn, Debakel für ÖSV
(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Walgram)

Nur 24 Stunden nach ihrem Sieg im Ersatzrennen für Val d'Isere gewann Seriensiegerin Lindsey Vonn am Samstag in Haus auch den wegen Schlechtwetters verkürzten "Abfahrtssprint". Damit hat die US-Amerikanerin am Sonntag die Chance auf das Sieg-Triple in Haus. In Lake Louise hatte sie das in diesem Winter mit zwei ersten und einem zweiten Platz knapp verpasst. Für die ÖSV-Damen gab es ein Debakel.

Während die ÖSV-Abfahrtsdamen mit Anna Fenninger als 21. das ärgste Debakel seit fast 16 Jahren erlitten, gewann Vonn in 1:09,12 Minuten knapp vor der Schweizerin Überraschungs-Zweiten Nadia Kamer und feierte in der Obersteiermark ihren 26. Weltcupsieg. Es war ihr 16. in der Abfahrt, der bereits fünfte in Folge.

Eineinhalb Stunden Verstpätung

Die zweite Abfahrt beim Weltcup-Comeback von Haus ging wegen Nebels mit eineinhalbstündiger Verspätung dann auch nur vom Super-G-Start über die Bühne. Als es endlich los ging, setzte auch noch Schneefall ein, der ausgerechnet bei der Top-Gruppe am heftigsten war.

Aber Vonn kann derzeit offenbar ohnehin nichts vom Siegen abhalten. Trotz Handverletzung, Verkürzung, Schneefall und schlechter Sicht blieb die Doppel-Weltmeisterin cool. Sie überbrückte die Wartezeit am Start mit dem Nintendo-Spiel "Gehirnjogging" und hatte dann mit einer Ausnahme auch auf der Strecke alle Sinne beisammen.

Vonn: "Ich bin echt überrascht"

Denn am Start verhedderte sie sich mit dem linken Skistock und verlor gleich dort mehrere Zehntel. Dennoch schwang sie nach 69,12 Sekunden (kürzer sind nur die Sprint- bzw. Kombiabfahrten in Aare) im Ziel ab.

"Ich bin echt überrascht. Ich dachte, Attacke wäre genug. Dann musste ich aber wegen des Schneefalls wirklich alles geben und kämpfen", schüttelte die 25-Jährige den Kopf über sich selbst. 

Österreicherinnen sind "ratlos"

Österreichs dezimierte Abfahrerinnen-Truppe schlitterte indessen in ein Debakel. "Für mich ist es nicht so schlimm weil ich ja keine Spezialistin bin und immer noch eine Steigerung verzeichne", sagte Fenninger während Andrea Fischbacher, im Vorjahr noch Zweite in der Weltcup-Abfahrtswertung, nach Platz 23 den Kopf schüttelte. "Wir sind ratlos!"

ÖSV-Alpinchef Hans Pum versuchte, realistisch zu bleiben. "Man muss auch sehen, wer uns aller fehlt. Natürlich sind wir dennoch nicht zufrieden. Vielleicht fahren die Mädchen daheim einfach zu verkrampft. Da müssen wir jetzt einfach durch!"

 

(APA)

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