Triumph in Kitzbühel: Cuche demütigt die Konkurrenz

Der Schweizer fuhr bei der legendären Hahnenkamm-Abfahrt in einer eigenen Liga. Der zweitplatzierte Bode Miller hatte fast eine Sekunde Rückstand. Michael Walchhofer feierte einen traurigen Abschied.

Triumph Kitzbuehel Cuche demuetigt
Triumph Kitzbuehel Cuche demuetigt
(c) APA/HARALD SCHNEIDER (HARALD SCHNEIDER)

Die berühmt-berüchtigte Hahenkammabfahrt in Kitzbühel war eine klare Angelegenheit für Didier Cuche. Der 36-jährige Schweizer zeigte eine Fahrt ohne Fehler und demütigte mit seiner Zeit von 1:57,72 Minuten die Konkurrenz. Bode Miller als Zweiter hatte bereits 0,98 Sekunden Rückstand. Mario Scheiber landete als bester Österreicher auf Rang vier - mit 1,36 Sekunden Respektabstand auf Cuche. Lange lag er auf Podestkurs, ehe der französische Außenseiter Adrien Theaux ihn noch von Platz drei verdrängte.

Didier Cuche verlängerte damit die Siegesserie der Schweizer in der Abfahrt von Kitzbühel auf vier Erfolge en suite und zog mit Franz Klammer gleich, der bisher den Rekord von vier Abfahrtssiegen auf der Streif allein hielt. "Es ist ein Traum, ihm zuzuschauen. Eine Klasse für sich", lobte Österreichs Skilegende. Für Cuche war es der insgesamt fünfte Sieg in Kitzbühel, im Vorjahr hatte er auch den Super-G gewonnen. Er avancierte auch zum ältesten Sieger einer Abfahrt (löste Michael Walchhofer ab) und eines Weltcuprennens überhaupt (bisher der Liechtensteiner Marco Büchel/Super-G in Kitzbühel 2008).

"Ich dachte, das ist es nicht dieses Jahr. Ich hatte einen Fehler vor dem Steilhang, und am Start habe ich den rechten Stock verloren, ihn dann aber wieder gefasst. Das war kein optimaler Start", sagte Cuche nach seinem 15. Weltcupsieg im Ziel und dankte Skifirma und Servicemann: "Auf dem Weg war ich blitzschnell."

Cuche bot eine sensationelle Leistung, speziell die Mausefalle - bei der Landung des Sprunges war am Donnerstag Hans Grugger im Training so schwer gestürzt - hatte er perfekt im Griff: "Wenn man die Kurve vorher gut fertig fährt, kann man sich sich gut vorbereiten zum Springen. Das ist eine Spezialität von mir, ich fühle mich wohl in der Luft. Man sagt immer, so lange man in der Luft ist, passiert nichts. Ich denke dabei wieder an Hans. Es macht Spaß, wenn man schnell ist, aber der Grad ist so schmal."

Michael Walchhofer fiel bei guter Zwischenzeit nach einem Anfängerfehler aus und musste sich damit geschlagen von der Streif verabschieden. Für den 35-Jährigen war es das letzte Rennen in Kitzbühel, zu Saisonende wird Walchhofer ja seine Karriere beenden. Er verlor auch das Rote Trikot des Abfahrtsweltcupführenden an Cuche.

"Es war die Rechtskurve vor der Seidlalm, ich wollte in voller Position durchfahren, dann hat es geschlagen und mich hinten reingedrückt. Das Netz kam immer näher. Ich konnte mich nur noch hinfallen lassen. Im Grunde ein Anfängerfehler", sagte der Salzburger, der angesichts der über 40.000 Zuschauer gerne ins Ziel gefahren wäre. "Jetzt muss ich halt in Garmisch einiges gut machen", blickte er bereits auf die WM.

"An diesem Wochenende ziemlich wurscht"

Scheiber war ein "sehr zufriedener" Vierter, dasselbe Resultat hatte er auch im Vorjahr erreicht: "Da war ich schon ein bisserl enttäuscht, aber heuer überhaupt nicht, es ist an diesem Wochenende ziemlich wurscht. Es war heute sehr schwierig für mich, die Mausefalle bin ich mit Handbremse gefahren, dann, als ich die schreckliche Stelle überwunden hatte, habe ich Gas gegeben. Aber es gibt viele Tücken da herunter." Zu Cuche meinte der 27-Jährige: "Er muss alles perfekt erwischt haben."

Die übrigen hochgehandelten ÖSV-Athleten landeten auf den Plätzen neun bis elf: Klaus Kröll rangierte vor seinen Landsleuten Romed Baumann und Georg Streitberger. Hannes Reichelt mit Startnummer 44 landete auf Rang 19.Klaus Kröll, Baumann und Georg Streitberger klassierten sich am Samstag auf den Plätzen 9, 10 und 11.

"Ich wollte am Oberhausberg riskieren, habe das dann aber nicht richtig geschafft. Der Sturz war nicht weit weg. Es war der gleiche Fehler wie im Training. Das passiert mir normalerweise überhaupt nie", meinte Baumann. Der Steirer Kröll erklärte, dass sein Lauf nicht ganz rund gewesen wäre. "Sobald es so unruhig ist, komme ich nicht ins Fahren und kämpfe mit der Linie. Dazu kamen zwei kleine Fehler das ergibt in Summe eine große Packung", wusste der Wengen-Sieger.

Zahlreiche Fahrer sahen das Ziel nicht, bange Minuten gab es beim Sturm von Sigmar Klotz zu überstehen. Der Italiener stürzte an der Hausbergkante schwer und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden. Klotz kam aber ohne lebensgefährliche Verletzungen davon. Nach ersten, näheren Informationen erlitt er eine leichte Gehirnerschütterung, eine leichte Nackenprellung und einen Bruch im linken Handgelenk. Klotz wird die Nacht im Krankenhaus in St. Johann verbringen.

Zu Sturz kam auch der Österreicher Joachim Puchner. Er war als Läufer nach Klotz abgewunken worden und fuhr ein zweites Mal. "Hand und Schienbein tun ein bisserl weh, aber so weit, so gut", meinte der Salzburger.

(Red./APA)

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