Skifliegen: Österreich verlängert WM-Gold-Abo

Zum dritten Mal in Serie holte sich Österreichs Mannschaft Gold bei einer Skiflugweltmeisterschaft.

Martin Koch führte Österreich zu WM-Gold im Skifliegen.
Martin Koch führte Österreich zu WM-Gold im Skifliegen.
GEPA pictures (Gepa Pictures/ Oliver Lerch)

[Vikersund] Es gab nur einen kritischen Moment für die österreichische Mannschaft beim WM-Teambewerb in Vikersund. Als der Norweger Rune Velta auf 243 Meter geflogen war und Tageshöchstweite aufgestellt hatte, verkürzte die Jury den Anlauf. Ausgerechnet vor dem Sprung von Gregor Schlierenzauer. Alle Kommentatoren waren sich einig: Die Verkürzung gleich um zwei Luken war eine total überzogene Reaktion. Immerhin war Velta am Vortag Vizeweltmeister geworden. „Das ist eine Verzerrung des Wettkampfes, ich bin happy, dass sich Gregor runtergekämpft und den Vorsprung gehalten hat“, sagte ÖSV-Trainer Alexander Diess später. Schlierenzauer landete mit viel geringerer Anlaufgeschwindigkeit bei 190,5 Metern.

Ansonsten hatte das Quartett Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Martin Koch und Schlierenzauer in Vikersund alles im Griff. Souverän gewannen sie die dritte Teamgoldmedaille bei Skiflugweltmeisterschaften in Folge. Silber ging an Deutschland, Bronze an Slowenien mit Einzelweltmeister Robert Kranjec.

Bei erstmals gleichmäßigen Bedingungen auf der Weltrekordschanze brillierten die Österreicher einmal mehr als Mannschaft – kein anderes Team hat vier so gleichmäßig starke Athleten.

Koch (217,5/218 Meter), am Vortag mit einem Sturz zu Einzel-Bronze, machte den Erfolg als Schlussmann perfekt. „Ich habe den letzten Flug richtig genießen können. Ich habe schon probiert, Vollgas zu geben, aber es ist nicht ganz so gelaufen“, sagte er.

Morgenstern flog voraus

Kofler (212,5/210,5) hatte im Probedurchgang mit 233 Metern persönliche Bestweite fixiert, im Bewerb flog der Sechste des Einzelbewerbs konstant. Schlierenzauer flog im ersten Durchgang nach einer Umstellung beim Material auf 217,0 Meter. Doch der zweite Sprung nagte auch an seinen Nerven. „Es ist eine Genugtuung für mich, weil es nicht perfekt gelaufen ist. Man schätzt, dass man in einem starken Team ist. Wenn einer ein bisserl schwächelt, ziehen ihn die anderen heraus.“

Nummer eins im ÖSV-Team war diesmal Morgenstern, der seine besten Sprünge des Wochenendes zeigte. „Kein Wind, da sitzt man mit einem breiten Grinsen auf dem Balken.“ Als erster Springer war der Kärntner mit 224,5 und 225,5 Metern jeweils Bester seiner Gruppe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2011)

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