Kombination: Das lange Zittern zur Medaille

Marco Schwarz gewann Bronze, den Sieg fixierte der Franzose Alexis Pinturault im Slalom. Die ÖSV-Herren haben damit erstmals seit 2005 in den ersten drei WM-Bewerben angeschrieben – die weiteren Aussichten sind golden.

Marco Schwarz legte den Grundstein für Kombinations-Bronze mit einer beherzten Abfahrt.
Marco Schwarz legte den Grundstein für Kombinations-Bronze mit einer beherzten Abfahrt.
Marco Schwarz legte den Grundstein für Kombinations-Bronze mit einer beherzten Abfahrt. – (c) REUTERS (DENIS BALIBOUSE)

Marco Schwarz hat im dritten WM-Bewerb für die dritte Medaille der ÖSV-Herren gesorgt. Nach dem Weltcupsieg in der Kombination in Wengen ließ der Kärntner in Åre mit einer beherzten Abfahrt auf Gold hoffen, im Slalom aber verlor er über sieben Zehntel auf Alexis Pinturault und Überraschungsmann Štefan Hadalin, der Bestzeit zwischen den Stangen markierte, und wurde am Ende Dritter. Vincent Kriechmayr belegte nach Silber in Super-G und Bronze in der Abfahrt Rang 17 hinter Daniel Danklmaier (12.) und Romed Baumann (14.).

„Über den Slalom bin ich nicht ganz erfreut, da habe ich schon gerechnet, dass es wie bei Olympia ausgeht“, sagte Schwarz, der vor einem Jahr in Pyeongchang Kombi-Vierter geworden war und diesmal lange im Ziel zittern musste. Über Bronze sei er deshalb „mega happy“. „Eine Medaille war das Ziel. Jetzt kann ich ohne Druck in die weiteren Bewerbe gehen.“

Für Schwarz ist WM-Bronze ein weiteres Highlight im Jahr 2019, das er mit seinem Premierensieg im Weltcup in Oslo begonnen hatte. Die Basis für die aktuellen Erfolge legte Schwarz einst als Kind auf dem Hügel hinter dem Elternhaus im Kärntner Radenthein. Mit sieben meldeten ihn die Eltern beim Skiklub in Bad Kleinkirchheim an, wo sein großes Talent alsbald entdeckt wurde. Über die Skihandelsschule in Schladming kam er in den Weltcup und fuhr 2015 in Madonna erstmals aufs Podest. Bis zum ersten Sieg aber musste er sich noch drei Jahre gedulden. „Für manche ist das eine lange Zeit, aber ich habe nie an mir gezweifelt“, erklärte Schwarz damals. In Åre erlebte er nun eine weitere, bronzene Bestätigung.

Für Pinturault ist es das zweite WM-Gold, nachdem er 2017 mit dem französischen Team triumphiert hat. Er gilt ohnehin als einer der besten Allrounder im Weltcup, hat Siege in allen Disziplinen außer der Abfahrt vorzuweisen. Der 27-Jährige aus Courchevel genießt es, seine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben. „Ich versuche bei allem, was ich mache, Glücksmomente zu erleben. Selbst in der härtesten Trainingseinheit. Es gibt genug Menschen, denen es nicht so gut geht“, erklärte er einmal.

 

Warten auf die Goldmedaille

Die ÖSV-Herren holten damit zum vierten Mal in Folge bei Titelkämpfen eine Medaille in der Kombination und schrieben zum ersten Mal seit der WM 2005 in Bormio jeweils in den ersten drei Bewerben an. Vor 14 Jahren waren je zweimal Michael Walchhofer mit Super-G-Silber und Abfahrtsbronze bzw. Benjamin Raich mit Super-G-Bronze und Kombi-Gold verantwortlich gewesen. Für den ersten Sieg müssen die ÖSV-Herren aber auf die zweite WM-Woche hoffen, dies war in den letzten zehn Jahren mit Ausnahme der WM 2015, als Hannes Reichelt im Super-G und Marcel Hirscher in der Kombination auftrumpften, stets der Fall gewesen. Diesmal führt Hirscher als Titelverteidiger ein schlagkräftiges Team in den Technikbewerben an, auch mit der Mannschaft am Dienstag scheint Gold nicht außer Reichweite.

Angesichts der Nullnummer der ÖSV-Damen in den ersten drei Rennen in Åre und deren überschaubaren Chancen in Riesentorlauf und Slalom wird der rot-weiß-rote Allzeitrekord bei Weltmeisterschaften allerdings auch diesmal klar verfehlt werden: 1962 in Chamonix schrieb Österreich mit insgesamt 15 Medaillen, sechs in Gold, vier in Silber und fünf in Bronze, an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2019)

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