Android-Hersteller gaukeln Sicherheit vor

Oftmals werden nur Schein-Updates ausgespielt. Der User glaubt, sein Gerät sei auf dem neuesten Stand, dabei wurde beim Update nur das Datum geändert.

REUTERS

Android ist das weltweit meistgenutzte mobile Betriebssystem. Die Auswahl an Herstellern ist dementsprechend groß. Damit beginnt auch das Dilemma. Updates werden nicht zur Verfügung gestellt, oder kommen mit monatelanger Verzögerung. Stichwort Fragmentierung. Und jetzt wurden einige Hersteller auch noch beim Schummeln erwischt.

Seit Jahren wird Konsumenten vorgegaukelt, dass ihre Smartphones sicher sind. Dabei werden manchmal funktionslose Sicherheitsupdates ausgespielt bei denen das Datum angepasst wird, um den Nutzer ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Das haben Sicherheitsforscher von Security Research Labs herausgefunden.

"Manchmal ändern die Hersteller einfach das Datum, ohne irgendwelche Patches zu installieren. Vermutlich haben sie aus Marketinggründen den Patch-Level auf ein bestimmtes Datum gesetzt, das am besten aussieht", sagte Karsten Nohl von Security Research Labs. 1200 Geräte von zwölf verschiedenen Herstellern wurde dabei untersucht.

Das Ergebnis: Abhängig vom Modell des Herstellers sind die Angaben korrekt. So stimmen die Angaben Samsungs beim Galaxy J5, aber wiederum nicht beim günstigeren J3 aus 2016. Hier fehlen insgesamt 12 Patches, um das Gerät auf den aktuellen Sicherheitsstand zu bringen. Auch wenn es der Hersteller anders angibt.

Samsungs eigener Exynos-Prozessor schneidet am besten ab

Ein gemeinsamer Nenner bezüglich Sicherheit des Geräts ist der verbaute Prozessor. Bei Mediatek-Geräten fehlen vermehrt Patches. Das liegt aber auch daran, dass es zum Teil Prozessor-relevante Sicherheitsupdates sind und diese müssen - in dem Fall - von Mediatek an die Hersteller verschickt werden.

Hier kommen gleich zwei Aspekte zum Tragen: Einerseits ist Mediatek kein Vorbild in der Bereitstellung von Sicherheitsupdates. Andererseits kommen Mediatek-Prozessoren meist in günstigeren Smartphones zum Einsatz. Hier entscheiden sich dann meist Hersteller aus Kosteneffizienz-Gründen gegen ein Update. Deutlich besser schneiden Geräte ab, die mit einem Qualcomm-, Samsung- oder Huawei-Prozessor ausgestattet sind, wobei hier die Geräte mit Samsungs Exynos Prozessor am besten abschneiden.

Wie sicher das eigene Gerät ist, kann man über Snoop Snitch überprüfen.

>>> Snoop Snitch

>>> Security Research Lab

 

(bagre)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Android-Hersteller gaukeln Sicherheit vor

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.