USA: Bauplan für Pistole im Netz ist legal

Seit fünf Jahren stritt ein Texaner mit den Behörden, ob er 3D-Drucker-Baupläne für Feuerwaffen im Internet veröffentlichen darf. Nun gibt es eine Entscheidung: Er darf.

A gun enthusiast looks at a shotgun during the annual National Rifle Association (NRA) convention in Dallas, Texas
A gun enthusiast looks at a shotgun during the annual National Rifle Association (NRA) convention in Dallas, Texas
Auch Gewehre könnten schon bald per 3D-Drucker erstellt werden können, wenn es nach dem Texaner Cody Wilson geht. – REUTERS

Eine Pistole, die nur aus 16 Plastik-Teilen besteht und sich großteils in einem 3D-Drucker ausdrucken lässt? Als im Mai 2013 bekannt wurde, dass ein texanischer Jusstudent die Baupläne für diese funktionsfähige Waffe für jeden frei verfügbar ins Internet stellte, war die Aufregung groß. Umso mehr, als nur zwei Monate später ein israelischer Reporter zeigte, dass die Waffe problemlos das streng gesicherte Parlament in Jerusalem geschleust werden konnte. Die US-Behörden reagierten, und zwangen ihn seine Seite vom Netz zu nehmen. 

Begründet wurde das nicht mit dem Waffengesetz, dass vor allem in Wilsons Bundesstaat Texas sehr liberal ist. Die Behörden erklärten, er habe gegen das Verbot verstoßen, Feuerwaffen ohne Lizenz zu exportieren. Denn die mehr als 100.000 Downloads, die in der kurzen Zeit erfolgt waren, stammten aus der gesamten Welt. Zudem drohten ihm laut Angaben seines Rechtsanwalts Strafen im Ausmaß von mehreren Millionen Dollar und Jahren hinter Gittern, so Wilson gegenüber dem US-Tech-Magazin Wired.

Mit Verfassung argumentiert

Doch Wilson, der sich selbst als Libertärer bezeichnet, wollte das nicht auf sich sitzen lassen und ging 2015 in einen Rechtsstreit mit dem Staat. Er argumentierte, dass das Verbot der Verfassung widersprechen würde. Und zwar nicht nur gegen sein Recht, eine Waffe zu besitzen, sondern auch gegen sein Recht seine, Meinung frei zu äußern. Denn die Veröffentlichung von Bauplänen sei nichts anderes als das öffentliche Teilen von Information. Und das sei eben durch die Verfassung geschützt.

Anfang des Monats reagierte das US-Justizministerium nun auf diese Argumentation - und gab nach. Die Exportregeln für Feuerwaffen im handelsüblichen Kaliber sollen nun geändert werden. Nur bei vollautomatischen Waffen soll es weiterhin strenge Restriktionen geben. Wilson hat nun de facto die Erlaubnis, die Baupläne zu veröffentlichen wie und wo er will.

Er will seine Homepage nun zu einer Art Wikipedia der selbstgebauten Waffen aufbauen, bei der Nutzer die Baupläne ständig erweitern und verbessern. Vor allem angesichts der Tatsache, dass in den USA viele industriell gefertigte Waffenteile frei im Verkauf verfügbar sind, eine Ankündigung, die vielfach Sorgen vor nun leichter möglichen Amokläufen und Terroranschlägen groß werden lässt.

(red.)

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