Facebook verliert in Europa: Zwischen DSGVO und Datenskandal

Innerhalb von drei Monaten hat Facebook drei Millionen täglich aktive Nutzer verloren. Der Konzern kann es verschmerzen, bringen europäische Nutzer doch deutlich weniger Geld als nordamerikanische.

Zuckerberg kann leicht lachen. Im Rest der Welt konnte Facebook an Nutzern zulegen.
Zuckerberg kann leicht lachen. Im Rest der Welt konnte Facebook an Nutzern zulegen.
Zuckerberg kann leicht lachen. Im Rest der Welt konnte Facebook an Nutzern zulegen. – (c) APA/AFP/GETTY IMAGES/Drew Angerer (Drew Angerer)

Die Offenlegung der aktuellen Quartalszahlen zeigt, dass Facebook in Europa erstmals Nutzer verliert. Facebook sieht den Grund dafür in der Datenschutzgrundverordnung. Den Skandal um Datenschutzmissbrauch und die Weitergabe von User-Informationen an Cambridge-Analytica will man bei Facebook nicht anerkennen.

Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal hat Facebook bei den täglich aktiven Nutzern einen Rückgang von 282 Millionen auf 279 Millionen verzeichnen müssen. Monatlich aktiv waren zwischen April und Juni 376 Millionen. Davor waren es noch 377 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen dennoch gestiegen.

Diese Zahlen reichten aus, dass Facebooks Aktie massiv abstürzte. Auch wenn das Unternehmen weiterhin eine einträgliche Cashcow ist. Dass in diesem Quartal die Zahlen stagnieren oder gar rückläufig sein könnten, meldete Facebook selbst.

Für Facebook liegt der Grund dafür in der am 25. Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung. "Die DSGVO war ein wichtiger Moment für unsere Branche", sagte er in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen. "Als Folge davon haben wir einen Rückgang der monatlich aktiven Nutzer von etwa einer Million gesehen." Er zeigte sich aber erfreut darüber, dass die Mehrheit der Nutzer der Auswertung der Daten für personalisierte Werbung zugestimmt haben.

Leugnen und so tun, als wäre nichts passiert

Inwiefern der beispiellose Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica darauf Einfluss hatte, lässt sich nur schwer beziffern, aber deren Auswirkungen auch nur schwer verleugnen. Auch wenn Facebook alles daran setzt, so zu tun, als hätte es den Skandal nie gegeben.

Im Rest der Welt konnte Facebook Nutzer dazu gewinnen. In den USA und Kanada blieben die Zahlen stabil. Für Facebook ist der Verlust der europäischen Nutzer leicht zu verschmerzen. An Werbewert bringt ein in Europa ansässiger User knapp 2,92 Dollar. Ein US-User knapp 8,64 Dollar.

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