Facebook gab Firmen wie Netflix Zugang zu Nutzerdaten

Facebook hat seine Nutzerdaten gegen Bezahlung an Firmen wie Netflix und Airbnb weitergegeben. Der Social-Media-Experte hat die Dokumente von dem App-Entwickler Six4Three bekommen, der einen Gerichtsstreit mit Facebook ausficht.

REUTERS

Facebook hat internen Dokumenten zufolge einigen Unternehmen wie Netflix 2015 speziellen Zugang zu bestimmten Daten seiner Nutzer gewährt. Neben dem Streaming-Dienst seien unter anderem auch die Wohnungsplattform Airbnb von Facebook bevorzugt mit Daten versorgt worden, heißt es in den am Mittwoch von dem britischen Abgeordneten Damian Collins veröffentlichten Unterlagen.

Der Social-Media-Experte hat die Dokumente von dem App-Entwickler Six4Three bekommen, der einen Gerichtsstreit mit Facebook ausficht. Collins deutete an, dass das soziale Netzwerk Konkurrenten wie Twitter den Zugriff auf Daten aus dem Freundeskreis von Facebook-Nutzern verwehrte.

Facebook: Informationen aus dem Kontext gerissen

Facebook erklärte, die veröffentlichten Informationen seien aus dem Kontext gerissen und stünden im Lichte des Gerichtsverfahrens. Zudem sei der Zugang zu Daten von Nutzer-Freunden 2015 grundsätzlich unterbunden worden. Facebook ist immer wieder wegen des Umgangs mit Daten in die Kritik geraten. Besonders hohe Wellen schlug der Skandal um die Beratungsfirma Cambridge Analytica. Die Berater, die während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 für Donald Trump tätig waren, hatten die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern erhalten.

Die Daten sind aufgrund des Gerichtsverfahrens eigentlich unter Verschluss. Der britische Abgeordnete Collins bekam sie aufgrund einer Verfügung trotzdem und hat sie jetzt auch veröffentlicht. Er will damit den Druck auf den Firmengründer erhöhen und damit bewirken, dass dieser in London aussagt.

Seit dem Datenskandal rund um Cambridge Analytica reißen die Vorwürfe gegen Facebook nicht ab. Der politische und mediale Druck ist groß. Auf die Nutzerzahlen hatte der Skandal aber bislang keine großen Auswirkungen. Lediglich in Europa musste Facebook einen Rückgang vermelden, ansonsten konnte das Unternehmen seine Nutzerzahlen steigern.

 

(Reuters/Red. )

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