LG G8 und V50

Venenerkennung, Gestenfunktion und 5G

LG tut sich seit dem LG G5 schwer am Smartphone-Markt. Mit dem G8 und dem V50 will man wieder aufholen. Wobei das Gustostück des G8, die Gestenfunktion, nur schlecht als recht im ersten Test funktionieren wollte. Über den Preis könnte LG einiges wieder gut machen, denn die restliche Ausstattung ist eines Topmodells durchaus würdig.

Mit dem G2 startete LG mit einem komplett neuen Designkonzept durch. Die Tasten wanderten nach hinten und auf der Frontseite dominierte das 5,2 Zoll große Display. Seit 2013 hat sich natürlich viel getan und nach dem Flop des LG G5, das einen modularen Ansatz verfolgte, krempelte der koreanische Hersteller nochmals alles um. Mit dem G8, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert wurde, setzt LG auf einen vergleichsweise günstigen Preis (für ein Spitzenmodell) und Venenerkennung sowie Gestenfunktionen. 

Text: Barbara Steinbrenner

REUTERS

Offizielle Preise für den europäischen Markt hat LG noch nicht bekannt gegeben. In Südkorea wird es aber für umgerechnet 700 Euro angeboten. Eine solche Strategie wäre für den hiesigen Markt empfehlenswert. Denn einerseits hat LG längst den Anschluss an Hersteller wie Samsung, Huawei und Apple verloren.

REUTERS

Außerdem kämpft LG mit einem ähnlich großen Preisverfall wie der koreanische Mitbewerber Samsung. Mit einem niedrigen Einstiegspreis könnte LG aber Nutzer zum Vorbestellen animieren. Denn an sich ist das LG G8 hinsichtlich Verarbeitung und verbauter Technik durchaus ein interessantes Gerät.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Das 6,1 Zoll große Gerät bietet eine Auflösung von 3120 x 1440 Pixel. Mit nur 167 Gramm liegt es gut in der Hand. Mit einer Triple-Kamera (Standard 12 MP, Ultraweitwinkel 16 MP und Zoom 12 MP) sowie einer acht Megapixel-Frontkamera braucht sich das G8 nicht vor den Topmodellen der Konkurrenz zu verstecken. Beim Prozessor setzt LG wie auch Sony, Samsung, Xiaomi und Lenovo auf den Snapdragon 855. Der Arbeitsspeicher wird mit sechs Gigabyte RAM angegeben und der interne Speicher mit 128. Mit einer microSD-Karte lässt sich dieser um bis zu 512 GB erweitern.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Gemeinsam mit dem Halbleiter-Hersteller Infineon hat LG eine Z-Kamera verbaut. Damit soll das Gerät ohne Berührung kontrolliert werden. Bei der Pressekonferenz wurde vor allem die Möglichkeit beworben, die Videowiedergabe zu stoppen oder die Lautstärke zu erhöhen. Das funktionierte auch mit Hilfe der LG-Mitarbeiter mehr schlecht als recht. Bis die Kamera auf die 15 bis 20 Zentimeter entfernte Hand reagierte, verging viel Zeit und die Kamera wollte nicht immer die Bewegungen erkennen. Besser funktionierte hingegen die Venenerkennung, die laut LG noch schwieriger zu knacken sei als Fingerprint-Sensoren. Dafür muss der Handballen vor die Kamera gehalten werden.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Hinter der Z-Kamera steckt das sogenannte Laufzeitverfahren. Dabei wird die Distanz über Lichtpulse gemessen. Der Sensor fängt das Infrarotlicht ein, das von Objekten reflektiert wird. Im Vergleich zu anderen etabilierten 3D–Technologien, die mit Hilfe von Algorithmen die Entfernung eines Objekts vom Kameraobjektiv berechnen, liefert der Time-of-Flight-(ToF)-Bildsensorchip exaktere Messungen.

REUTERS

Eine weitere Neuheit ist das V50. Dabei handelt es sich um das erste LG-Gerät mit 5G. Wie auch beim erst kürzlich im Verkauf gelandeten V40, setzt LG auf ein 6,4 Zoll großes Display. Von der technischen Ausstattung unterscheiden sich das LG G8 und das V50 kaum voneinander - bis auf die Größe.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Die ToF-Kamera bietet lediglich das G8, dafür will LG beim V50 mit einem Cover auftrumpfen, das einen zweiten OLED-Bildschirm verbaut hat. Eine Kompromisslösung dafür, dass LG kein faltbares Display am MWC vorgestellt hat.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Wie ein Gehäuse angebracht, liefert das zweite Display ebenfalls eine Auflösung von 3120 x 1440 Pixel (QHD+). Das Scharnier des Covers rastet in zwei verschiedene Winkeln ein und lässt sich daher auch gut aufstellen.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Über das Power-Zeichen (links am Hauptbildschirm als kleines Icon verankert) lässt sich das zweite Display aktivieren. Damit können zwei Programme parallel laufen. Fotos können auf dem zweiten Bildschirm direkt nach der Aufnahme angezeigt werden, während der Sucher auf dem Hauptbildschirm noch aktiviert ist.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Weil das V50 bereits 5G-fähig ist, können bei Live-Übertragungen verschiedene Perspektiven angezeigt werden.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Wer Routen gerne verschicken möchte, kann diese via Google Maps vom Bildschirm direkt in die Nachricht ziehen. Ein durchaus praktisches Feature, das beim Versuch auf der Messe ohne Verzögerungen funktionierte.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

LG will das V50 vor allem auch als Gaming-Smartphone verstanden wissen. Da die Hülle aber über keinen zusätzlichen Akku verfügt, muss der verbaute 4000 mAh Akku im Hauptgerät ausreichen. Um eine Überhitzung durch das ressourcen-gierige 5G-Modem zu vermeiden, wurde die Heatpipe des Chipsatzes überarbeitet und um das dreifache vergrößert.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Beim Spielen soll das zweite Display als Controller fugieren. Das Rennspiel war im ersten Versuch aufgrund der fehlenden physischen Button wenig von Erfolg gekrönt. Bei der Vorführung durch einen entsprechend geschulten LG-Mitarbeiter sah das deutlich besser aus. Es könnte also lediglich eine Frage der Übung sein.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

LG wollte wie auch beim G8 noch keine Preise nennen. Klar ist nur, dass es vorerst nicht in Österreich oder Deutschland auf den Markt kommen wird. Geplant sind derzeit nur Länder, in denen auch bereits ein 5G-Netz vorhanden ist.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner
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Mit dem G2 startete LG mit einem komplett neuen Designkonzept durch. Die Tasten wanderten nach hinten und auf der Frontseite dominierte das 5,2 Zoll große Display. Seit 2013 hat sich natürlich viel getan und nach dem Flop des LG G5, das einen modularen Ansatz verfolgte, krempelte der koreanische Hersteller nochmals alles um. Mit dem G8, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert wurde, setzt LG auf einen vergleichsweise günstigen Preis (für ein Spitzenmodell) und Venenerkennung sowie Gestenfunktionen. 

Text: Barbara Steinbrenner

REUTERS

Offizielle Preise für den europäischen Markt hat LG noch nicht bekannt gegeben. In Südkorea wird es aber für umgerechnet 700 Euro angeboten. Eine solche Strategie wäre für den hiesigen Markt empfehlenswert. Denn einerseits hat LG längst den Anschluss an Hersteller wie Samsung, Huawei und Apple verloren.

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Außerdem kämpft LG mit einem ähnlich großen Preisverfall wie der koreanische Mitbewerber Samsung. Mit einem niedrigen Einstiegspreis könnte LG aber Nutzer zum Vorbestellen animieren. Denn an sich ist das LG G8 hinsichtlich Verarbeitung und verbauter Technik durchaus ein interessantes Gerät.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Das 6,1 Zoll große Gerät bietet eine Auflösung von 3120 x 1440 Pixel. Mit nur 167 Gramm liegt es gut in der Hand. Mit einer Triple-Kamera (Standard 12 MP, Ultraweitwinkel 16 MP und Zoom 12 MP) sowie einer acht Megapixel-Frontkamera braucht sich das G8 nicht vor den Topmodellen der Konkurrenz zu verstecken. Beim Prozessor setzt LG wie auch Sony, Samsung, Xiaomi und Lenovo auf den Snapdragon 855. Der Arbeitsspeicher wird mit sechs Gigabyte RAM angegeben und der interne Speicher mit 128. Mit einer microSD-Karte lässt sich dieser um bis zu 512 GB erweitern.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Gemeinsam mit dem Halbleiter-Hersteller Infineon hat LG eine Z-Kamera verbaut. Damit soll das Gerät ohne Berührung kontrolliert werden. Bei der Pressekonferenz wurde vor allem die Möglichkeit beworben, die Videowiedergabe zu stoppen oder die Lautstärke zu erhöhen. Das funktionierte auch mit Hilfe der LG-Mitarbeiter mehr schlecht als recht. Bis die Kamera auf die 15 bis 20 Zentimeter entfernte Hand reagierte, verging viel Zeit und die Kamera wollte nicht immer die Bewegungen erkennen. Besser funktionierte hingegen die Venenerkennung, die laut LG noch schwieriger zu knacken sei als Fingerprint-Sensoren. Dafür muss der Handballen vor die Kamera gehalten werden.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Hinter der Z-Kamera steckt das sogenannte Laufzeitverfahren. Dabei wird die Distanz über Lichtpulse gemessen. Der Sensor fängt das Infrarotlicht ein, das von Objekten reflektiert wird. Im Vergleich zu anderen etabilierten 3D–Technologien, die mit Hilfe von Algorithmen die Entfernung eines Objekts vom Kameraobjektiv berechnen, liefert der Time-of-Flight-(ToF)-Bildsensorchip exaktere Messungen.

REUTERS

Eine weitere Neuheit ist das V50. Dabei handelt es sich um das erste LG-Gerät mit 5G. Wie auch beim erst kürzlich im Verkauf gelandeten V40, setzt LG auf ein 6,4 Zoll großes Display. Von der technischen Ausstattung unterscheiden sich das LG G8 und das V50 kaum voneinander - bis auf die Größe.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Die ToF-Kamera bietet lediglich das G8, dafür will LG beim V50 mit einem Cover auftrumpfen, das einen zweiten OLED-Bildschirm verbaut hat. Eine Kompromisslösung dafür, dass LG kein faltbares Display am MWC vorgestellt hat.

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Wie ein Gehäuse angebracht, liefert das zweite Display ebenfalls eine Auflösung von 3120 x 1440 Pixel (QHD+). Das Scharnier des Covers rastet in zwei verschiedene Winkeln ein und lässt sich daher auch gut aufstellen.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Über das Power-Zeichen (links am Hauptbildschirm als kleines Icon verankert) lässt sich das zweite Display aktivieren. Damit können zwei Programme parallel laufen. Fotos können auf dem zweiten Bildschirm direkt nach der Aufnahme angezeigt werden, während der Sucher auf dem Hauptbildschirm noch aktiviert ist.

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Weil das V50 bereits 5G-fähig ist, können bei Live-Übertragungen verschiedene Perspektiven angezeigt werden.

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Wer Routen gerne verschicken möchte, kann diese via Google Maps vom Bildschirm direkt in die Nachricht ziehen. Ein durchaus praktisches Feature, das beim Versuch auf der Messe ohne Verzögerungen funktionierte.

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LG will das V50 vor allem auch als Gaming-Smartphone verstanden wissen. Da die Hülle aber über keinen zusätzlichen Akku verfügt, muss der verbaute 4000 mAh Akku im Hauptgerät ausreichen. Um eine Überhitzung durch das ressourcen-gierige 5G-Modem zu vermeiden, wurde die Heatpipe des Chipsatzes überarbeitet und um das dreifache vergrößert.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

Beim Spielen soll das zweite Display als Controller fugieren. Das Rennspiel war im ersten Versuch aufgrund der fehlenden physischen Button wenig von Erfolg gekrönt. Bei der Vorführung durch einen entsprechend geschulten LG-Mitarbeiter sah das deutlich besser aus. Es könnte also lediglich eine Frage der Übung sein.

(c) diepresse.com/Barbara Steinbrenner

LG wollte wie auch beim G8 noch keine Preise nennen. Klar ist nur, dass es vorerst nicht in Österreich oder Deutschland auf den Markt kommen wird. Geplant sind derzeit nur Länder, in denen auch bereits ein 5G-Netz vorhanden ist.

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