P30 Pro: Ein Smartphone mit Mission

Huawei steht einerseits in der Kritik, für die chinesische Regierung zu spionieren. Als Smartphone-Hersteller ist Huawei beliebter denn je.

Bei der Kamera lässt Huawei die Konkurrenz hinter sich.
Bei der Kamera lässt Huawei die Konkurrenz hinter sich.
Bei der Kamera lässt Huawei die Konkurrenz hinter sich. – (c) REUTERS (JASON LEE)

Der chinesische Hersteller Huawei war in den vergangenen Monaten im Fokus des Medieninteresses. Dabei ging es vor allem um die Frage eines möglichen Naheverhältnisses zur chinesischen Regierung. Und um mögliche sicherheitsrelevante Probleme, wenn Huawei in westlichen Ländern am 5G-Ausbau beteiligt wird. Darüber wollte Huawei bei der Präsentation des neuen Topmodells in Paris niemand sprechen. Journalisten wurden vor Interviews angewiesen, eben jene Themen auszulassen. Das P30 soll im Vordergrund verstehen.

Die Strategie ist klar – mit attraktiven Geräten den Markt von der Zuverlässigkeit und der Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens überzeugen. Dabei muss sich Huawei nicht nur mit dem Mitbewerb messen, sondern sich selbst übertreffen. Mit dem P20 Pro und dem Mate 20 Pro hat der Hersteller selbst neue Standards in puncto Kamera-Qualität geschaffen.

Eine Kamera mit Smartphone. Das von der „Presse am Sonntag“ getestete Modell ist ein P30 Pro und wurde von Huawei zur Verfügung gestellt. Das Gerät bietet alles, was das Technik-Herz begehrt. Einen extrem guten Prozessor aus der eigenen Entwicklung (HiSilicon Kirin 980) und acht Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM). Das ist mehr als mancher Laptop zu bieten hat. Hier stellt sich nicht mehr die Frage, ob das Smartphone schnell ist, sondern wie schnell. In Benchmarks hängt das P30 Pro nahezu die gesamte Konkurrenz ab. Ein Ergebnis, das sich auch mit der Wahrnehmung im Test widerspiegelt. Hier gibt es nichts auszusetzen.

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig und lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Es ist ein Smartphone, das den Beinamen Topmodell mehr als verdient hat. Auch Huawei scheint sich dessen bewusst zu sein. Bei der Vorstellung ging es nur um die Kamera und deren herausragende Qualitäten. Mit diesem Versprechen haben wir das Gerät auch vielmehr unter dem Aspekt einer Kamera getestet.

Dabei mussten wir feststellen, dass lediglich Huaweis P30 Pro im Kameratest DxOMark gelistet ist. Das erwartungsgemäß sehr gut abschneidet. Das günstigere P30 ist nicht zu finden. Huawei-Chef der Mobilsparte erklärte das kürzlich damit, dass man sonst alle Spitzenplätze belege und man eine Monopolstellung verhindern wolle. Vielmehr ist aber davon auszugehen, dass Huawei die Verkäufe des P30 Pro ankurbeln möchte.

Weiter als das Auge reicht. Mit drei verschiedenen Brennweiten, zu denen noch der Hybrid-Zoom und die fünfzigfache digitale Vergrößerung kommen, machen die Kamera des P30 Pro unglaublich vielseitig. Bei den Standard-Einstellungen übernimmt die Kamera die Führung und liefert tolle Bilder. Das Rundum-Sorglos-Paket beinhaltet auch Low-Light und auch hier glänzt Huawei. Der Nachtmodus von Google ist bereits beeindruckend, aber Huawei setzt beim P30 Pro noch einmal einen drauf, und das ganz ohne eigenen Modus. Der 50-fach Zoom liefert jetzt keine superscharfen Bilder, aber es ist beängstigend, wie weit man Details aus der Ferne heranholen kann.

Mit knapp 1000 Euro (256 GB) ist das Smartphone kein Schnäppchen, aber günstiger als Apple oder Samsung. Bei der Videofunktion hat Huawei noch Luft nach oben. Ansonsten gibt es bei dem Gerät nicht wirklich viel zu meckern. Der Akku hält im Schnitt bis zu drei Tage. Die Mission, mit dem P30 die Welt von Huaweis tadelloser Arbeit zu überzeugen, könnte aufgehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2019)

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