Ein Leben ohne Mobiltelefon? Nicht mehr vorstellbar

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der befragten Österreicher ihr Handy nie ausschalten. Die Zahl der SIM-Karten - die zunehmend in Alarmanlagen, Stromzählern und Autos verbaut werden - hat um fast 20 Prozent zugenommen.

Das Smartphone, immer dabei.
Das Smartphone, immer dabei.
Das Smartphone, immer dabei. – (c) AFP (KAY NIETFELD)

Das mobile Datenvolumen in Österreich ist auch 2018 massiv gestiegen. Nach einer Milliarde Gigabyte (GB) 2017 waren es vergangenes Jahr bereits 1,6 Mrd. GB. "Es vergeht kein Jahr ohne Datenrekord", sagte Lothar Roitner, Geschäftsführer des Fachverbands der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) am Dienstag in einer Pressekonferenz. Zum Vergleich: 2015 waren es erst 319 Millionen GB.

Stark zugenommen hat auch die Zahl der SIM-Karten. Ende 2018 gab es 17,2 Mio. aktive SIM-Karten in Österreich, das ist ein Plus von fast 20 Prozent gegenüber den 14,4 Mio. SIM-Karten Ende 2017. Das beim FEEI angesiedelte Forum Mobilkommunikation (FMK) begründete den Anstieg damit, dass immer mehr SIM-Karten in Alarmanlagen, Heizungssteuerungen, Stromzählern, aber auch in Autos verbaut werden. Dieser Bereich, wo Geräte untereinander kommunizieren (M2M), gilt auch als Wachstumstreiber für die nächste Mobilfunkgeneration 5G.

Es wird wieder mehr telefoniert

Bei den Gesprächsminuten zeigte sich, dass 2018 wieder mehr telefoniert wurde. Mit 22,3 Mrd. Minuten stieg das Aufkommen wieder fast auf das Niveau von 2013. 2014 und 2015 als Messengerdienste wie Whatsapp populär wurden, war die Zahl der Gesprächsminuten leicht gesunken.

Laut einer vom FMK beauftragen Umfrage nutzen die meisten Österreicher ihr Handy für SMS, Whatsapp, Fotos, Wecker, E-Mail und Kalender sowie zur Navigation. Jeder zehnte der 500 von Makam Research befragten Teilnehmer gab an, das Handy nur zum Telefonieren zu nützen. Der Telefonumfrage zufolge können sich 84 Prozent der Österreicher kein Leben ohne Mobiltelefon vorstellen. 63 Prozent schalten das Handy nie aus. Eine Mehrheit von 36 Prozent findet, das Kinder im Alter von zehn Jahren ihr erstes Handy bekommen sollten.

Stagnation trotz Wachstum: Branche hofft auf 5G

FMK-Präsident und "Drei"-Technikchef Matthias Baldermann sagte, die steigenden Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Mobilfunkgeschäft faktisch auf der Stelle tritt. Das starke Wachstum beim Datenvolumen ohne steigende Erlöse sei mit Blick auf die Investitionen ins Netz auf Dauer nicht nachhaltig.

Die Branche hofft, durch 5G zusätzliche Umsätze in neuen Geschäftsbereichen machen zu können. Die Wirtschaftskraft werde aus neuen 5G-Anwendungen kommen, weil das Spielfeld viel größer werde. Der neue Mobilfunkstandard sei ein "Quantensprung", so Baldermann. Österreich habe dank der Netzqualität gute Chancen, bei 5G zu den Vorreitern in Europa zu gehören.

(APA)

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