So hätten Strache und Gudenus die Kameras entdecken können

Die hochbrisanten Kameraaufzeichnungen aus der Villa auf Ibiza werfen auch technische Fragen auf. Wie konnten die Aufnahmen unbemerkt bleiben? Fünf Methoden, um Wanzen zu erkennen.

Gudenus und Strache hätten die Kameras entdecken können
Gudenus und Strache hätten die Kameras entdecken können
Gudenus und Strache hätten die Kameras entdecken können – APA/AFP/SPIEGEL and Sueddeutsche

Es sind höchst brisante Aufnahmen die am Freitag ein politisches Erdbeben auslösten. Versteckte Kameras zeichneten die heiklen Gespräche auf, die Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) am Samstag zu Fall brachten und am Sonntag zum Ausruf von Neuwahlen führten. Das technische Equipment umfasste mehrere versteckte Kameras und möglicherweise auch mehrere Mikrofone, die in der Villa auf Ibiza installiert waren. Sieben Stunden Videomaterial soll es geben.

Der ganze Abend wurde laut „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ mitgefilmt. Es müsse sich um „Profis“ handeln, die hinter den Aufnahmen stecken, hieß es. Doch in der derzeitigen Anzeige der Finca auf Airbnb weist der Anbieter auf im Haus vorhandenes Überwachungs-Equipment hin. Die Macher des Videos haben die Villa womöglich genau deshalb ausgewählt. Wer hinter dem Video steckt ist nach wie vor nicht geklärt.

Dennoch stellt sich die Frage, wie konnten die Kameras und Mikrofone den ganzen Abend von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus unbemerkt bleiben? Das Gebäude, eine Finca auf Ibiza, die mittlerweile über Airbnb buchbar ist, als geheimer Treffpunkt im Privaten? Für die beiden Politiker offenbar ein sicherer Ort. Um Kameras dürften sie sich an jenem Abend im Sommer 2017 keine Sorgen gemacht haben, die bekannten Aussagen über Bauaufträge und die „Kronen Zeitung“ lassen darauf schließen. Hätten sie allerdings Verdacht geschöpft, abgehört zu werden, wären die Aufzeichnungen möglicherweise durchaus erkennbar gewesen.

1. Abdunkeln und auf Geräusche achten

Die Räume möglichst gut abdunkeln und alle Geräuschquellen ausschalten. Nach Lichtquellen suchen, denn die Geräte schalten im Dunkeln oftmals zusätzliches Licht ein. Auch die Geräusche von den Kameras können dann gehört werden.

2. Mit dem Handy testen

Ein Handygespräch führen und dabei durch die Räumlichkeiten gehen. Treten Störgeräusche auf, könnte der Bereich verwanzt sein. Kameras, die Daten über Funk übertragen, können zudem mit dafür vorgesehenen Apps aufgespürt werden.

3. WLAN

Eine einfache Methode ist es, übers Handy alle erreichbaren WLAN-Netzwerke zu kontrollieren. Scheint ein unbekanntes Netzwerk auf, könnte es sich dabei um ein geheimes Netzwerk handeln, das die Aufnahmegeräte miteinander verbindet. Mit der App „Fing“ lässt sich sogar herausfinden ob und welche Geräte an diesem Netz hängen.

4. Durchsuchen

Natürlich hätten die beiden Politiker die Villa auch einfach durchsuchen können und dabei besonders auf Feuermelder, lose Kabel, Bilderrahmen, kleine elektronische Geräte, Löcher in der Decke oder der Wand auf achten müssen. Auch Sonnenbrillen oder optische Brillen könnten nicht nur durch Zufall herumliegen.

5. Wanzendetektor

Im besten Fall werden die Räume mit einem Wanzendetektor geprüft. Solche Geräte geben Töne von sich, wenn sich eine oder mehrere Wanzen im Raum befinden. Diese Detektoren gibt es um etwa 50 Euro zu kaufen.

Video-Set: Straches Finca auf Airbnb

(witt)

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