Keine Vorzugsbehandlung für Zuckerberg nach Fake-Video auf Instagram

Das Video zeigt Zuckerberg, der mit der Kontrolle von Milliarden "gestohlener" Daten prahlt. Ein Kunstprojekt, um die Macht der Online-Netzwerke zu demonstrieren.

APA/AFP/AMY OSBORNE

Nach einem manipulierten Video von Mark Zuckerberg bei Instagram verweigert der Online-Bilderdienst seinem Eigentümer eine Vorzugsbehandlung. "Wir werden mit diesem Beitrag genauso umgehen wie mit sämtlichen Falschinformationen in Instagram", erklärte ein Sprecher des US-Unternehmens am Dienstag. Wenn die Inhalte extern als 'falsch' markiert würden, würden sie danach nicht mehr für andere Nutzer angezeigt.

Bei dem Beitrag geht es um ein sogenanntes Deepfake-Video, für das mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz täuschend echte Bilder erzeugt wurden. Geteilt hat es der britische Künstler Bill Posters im Rahmen seines Projekts Spectre über den gefährlichen Einfluss neuer Technologien und sozialer Netzwerke im Internet. Das Video zeigt Zuckerberg, der mit der Kontrolle von Milliarden "gestohlener" Daten prahlt.

So sagt Zuckerberg in dem gefälschten Video: "Stellt euch das eine Sekunde lang vor: Ein Mann mit totaler Kontrolle über Milliarden gestohlener Daten über Menschen, alle ihre Geheimnisse, ihre Leben, ihre Zukunft." Weiter sagt er: "Ich verdanke das alles Spectre. Spectre zeigte mir, das der die Zukunft kontrolliert, der die Daten kontrolliert."

Weitere Videos geplant

Der Künstler machte durch die Verwendung des Hashtags #deepfake deutlich, dass es sich um eine Fälschung handelt. Posters plant zusammen mit dem Künstler Daniel Howe und Startups aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz weitere Videos zu Prominenten herausbringen, darunter US-Präsident Donald Trump und US-Reality-Star Kim Kardashian.

Facebook war im vergangenen Jahr von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Unter anderen kam heraus, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Im Herbst hatten Hacker eine Sicherheitslücke bei Facebook ausgenutzt, um sich Zugang zu 29 Millionen Nutzerkonten zu verschaffen.

Facebook hatte sich zuletzt geweigert, ein manipuliertes und als solches jedoch nicht gekennzeichnetes Video aus dem Dienst zu nehmen, das die US-Abgeordnetenhaus-Sprecherin Nancy Pelosi zeigt. Pelosi wirkte in dem absichtlich verlangsamten Video betrunken. Die Politikerin forderte Facebook auf, es zu löschen. Facebook entgegnete lediglich, es sei als Fälschung markiert und rutsche daher im Angebot immer weiter nach unten. Instagram gehört zu Facebook.

(APA/DPA)

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