Parlament beauftragt Studie zu 5G-Mobilfunk und Gesundheit

Kein Mobilfunkstandard hat je so Resonanz in der Bevölkerung hervorgerufen wie 5G. Die gesundheitlichen Risiken werden kontrovers diskutiert. Eine Studie soll nun Fragen der Strahlenbelastung klären.

Zur flächendeckenden Versorgung mit 5G sind nicht mehr Antennen nötig, sondern Mobilfunkanlagen in Größe eines Routers.
Zur flächendeckenden Versorgung mit 5G sind nicht mehr Antennen nötig, sondern Mobilfunkanlagen in Größe eines Routers.
Zur flächendeckenden Versorgung mit 5G sind nicht mehr Antennen nötig, sondern Mobilfunkanlagen in Größe eines Routers. – REUTERS

Seit mehr als 20 Jahren telefoniert Österreich mobil. Die Nutzung ist dabei in den letzten fünf Jahren nahezu explodiert. Innerhalb der ersten drei Monate in 2019 wurden im Mobilnetz 457.190 Terabyate versendet und empfangen. Die Ansprüche an das Mobilfunknetz steigen ständig. Die Erwartungen in die fünfte Generation der Mobilfunktechnologie sind hoch. Doch die möglichen gesundheitlichen Risiken durch erhöhte Strahlenbelastung werden kontrovers diskutiert. Aus diesem Grund hat das Parlament eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit den möglichen gesundheitlichen Auswirkungen befasst.

Dazu werden Expertisen im Bereich Foresight und Technikfolgenabschätzung eingeholt. Eine Arbeitsgemeinschaft des Instituts für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ITA) und des Austrian Institute of Technology (AIT) bietet dem österreichischen Parlament seit einigen Jahren wissenschaftsbasierte Unterstützung bei der Behandlung von wichtigen Zukunftsthemen an.

>>> 5G zwischen Datenrausch und Krebsgefahr

Der Fokus der Studie, die bis Jänner 2020 vorliegen soll, liegt auf einer Aufbereitung des aktuellen Wissensstandes. Zum einen soll sie einen allgemeinen Überblick über 5G geben, wobei die wissenschaftlich-technischen Inhalte leicht lesbar aufbereitet werden sollen. Des Weiteren soll mit der Studie der aktuelle Wissensstand zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von 5G erhoben und dargestellt werden. Die Studie wird auf der Website des Parlaments veröffentlicht werden. 

Strahlenangst nicht nur in Österreich

Die Angst um eine mögliche Gesundheitsgefährdung ist nicht nur in Österreich groß. Auch in der Schweiz regt sich Widerstand gegen den Netzausbau. In vielen Städten wurde der Ausbau gestoppt. So auch in Belgien. In Brüssel hätten erste 5G-Tests stattfinden sollen. Dazu wäre aber eine Lockerung der Strahlungsvorschriften erfolgen müssen. Das Umweltministerium wollte die Genehmigung nicht erteilen, darum wurde der Ausbau vorerst gestoppt. Brüssel hat die strengsten Grenzwerte für Strahlung weltweit. Mit sechs Volt pro Meter liegt der Wert um das 50-fache unter internationalen Standards.

Das Forum Mobilkommunikation (FMK), die Interessenvertretung der österreichischen Mobilfunknetzbetreiber, begrüßt die Ankündigung des Parlaments, eine Studie zu 5G durchzuführen. Tatsächlich handelt es sich bei 5G um ein neues, ultraschnelles Übertragungsprotokoll, also eine neue "Sprache", während die Technologie zur Übertragung, nämlich "Funk" bis 300 GHz, zu den am besten erforschten technischen Anwendungen gehört. 

Hartnäckig halten sich krude Verschwörungstheorien und Panik-Meldungen wie die "Toten Vögel von Den Haag". Das FMK hofft, dass die Studie Klarheit bringt.

 

(bagre)

Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Parlament beauftragt Studie zu 5G-Mobilfunk und Gesundheit

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.