Samsung NX20: Große Ausstattung und kleine Macken

Samsungs aktuelle NX-Reihe bringt Wlan in die Welt der Systemkameras. Das aktuelle Topmodel NX20 will auch mit bei Kameras eher gewohnten Features punkten.

(c) Samsung

Der erste Eindruck der Samsung NX20: Die Kamera liegt sehr gut in der Hand. Ein  aufgerauter Griff rechts und eine kleine Einbuchtung für den Daumen auf der Rückseite sorgen dafür, dass sich ein Motiv auch einhändig schnell und sicher fixieren lässt. Nur der etwas schwerfällige Ein-/Ausschalter stört bei schnellen Schnappschüssen.

Bei der Ausstattung gibt sich Samsung großzügig: Der integrierte Blitz wird durch einen Blitzschuh ergänzt, dem drei Zoll großen, dreh- und schwenkbaren Amoled-Display wurde ein elektronischer Sucher zur Seite gestellt, und das mitgelieferte 18–55-mm-Zoom-Objektiv verfügt über eine i-Function-Option, mit der verschiedene Parameter am Objektiv eingestellt werden können.

Dass der Hersteller mit der NX20 nicht nur Profis, sondern auch Einsteiger an sein Systemkamera-Segment heranführen will, zeigt die intuitive Menüführung. Über ein Moduswählrad lassen sich mehr oder weniger differenzierte Einstellungsoptionen ansteuern, wobei der Smart-Modus dem Einsteiger wohl am meisten entgegenkommt. Dieser identifiziert Szenen automatisch und ordnet sie einem der speziellen Motivprogramme zu.

Unentschlossene Automatik

Allerdings kann sich die Software vor allem bei schattigen Szenen zuweilen nicht entscheiden und springt zwischen verschiedenen Programmen hin und her. Eine ähnliche Unsicherheit zeigte die Automatik beim Scharfstellen. Sofern man nicht sowieso sämtliche Einstellungen manuell vornehmen will, ist man daher beim SCN-Modus besser aufgehoben, bei dem man aus verschiedenen vordefinierte Szenen selbst die passende auswählt. Eine Full-HD-Videofunktion ist ebenfalls integriert.

Abgesehen von den beschriebenen Problemfällen liefert die Kamera sehr gute, scharfe und detailreiche Bilder. Selbst bei Aufnahmen im Dämmerlicht oder geschlossenen Räumen ist von Bildrauschen wenig zu sehen. Das liegt zum einen am 20-Megapixel-CMOS-Sensor, deutet aber auch auf die Qualität des eingebauten Blitzes hin – wobei man sich fragt, ob der zusätzliche Schuh für einen externen Blitz für Nicht-Profis eigentlich nötig ist. Um bei Lichtmangel das Risiko von Bildrauschen zu reduzieren, empfiehlt sich übrigens die Option, die Daten im RWA-Format zu speichern.

Neuland auf dem Gebiet der spiegellosen Systemkameras betritt Samsung mit der Integration eines Wlan-Moduls. Damit können Aufnahmen direkt über die Kamera per E-Mail verschickt oder auf Facebook & Co hochgeladen werden. Ob man diese Funktion braucht, sei dem einzelnen Nutzer überlassen. Spannend ist jedenfalls die Möglichkeit, mittels Gratis-App Android- oder Apple-Smartphones als Sucher und Fernauslöser zu nutzen.

Mit rund 1100 Euro ist die NX20 nicht gerade billig, wobei die erstklassige Ausstattung den Preis für manche User rechtfertigen dürfte. Wem dies zu teuer ist, der kann zu den etwas günstigeren Schwestermodellen NX 210, NX 1100 oder dem Vorgänger NX11 greifen. Dieser hat zwar kein Wlan und weniger Megapixel, ist aber mittlerweile für rund 400 Euro zu haben.

Fazit Samsung NX20

Gefällt. Handlich, Schwenkdisplay, intuitive Menüführung, gute Bildqualität
Gefällt nicht. Schwergängiger Ein-/Ausschalter, Unsicherheiten bei automatischer Motivwahl und Autofokus, hoher Preis.

Emails an: hightech@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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