Faschiertes aus dem Drucker statt vom Schwein

Mit "Bioprinting" will ein US-Unternehmen Schweinefleisch-Gewebe produzieren, ohne Tiere zu schlachten. Die Technologie wird auch im medizinischen Bereich eingesetzt.

AP

Eine US-Firma möchte mit einem ungewöhnlichen Konzept Schlachthöfe überflüssig machen. Modern Meadow möchte Fleisch mit einem 3D-Drucker herstellen, anstatt es natürlich wachsen zu lassen. Was auf den ersten Blick wie ein Aprilscherz klingt, ist offiziell als Projekt beim US-Landwirtschaftsministerium hinterlegt. Schweinefleischgewebe soll mit spezieller Biotinte zusammengesetzt werden. Im Endeffekt soll daraus Faschiertes werden. Vielleicht, um die Hamburger-Produktion zu unterstützen. Modern Meadow will damit "ethisches" Fleisch herstellen, bei dem kein Tier getötet werden muss. Außerdem soll das Drucker-Faschierte eine bessere Ökobilanz als klassisches Fleisch besitzen.

"Bioprinting" auch für medizinische Zwecke

Wie Cnet berichtet, sollen die Gründer von Modern Meadow bereits zwischen 250.000 und 350.000 Dollar an Fördergeld erhalten haben, um ihre Idee umzusetzen. Die beiden Initiatoren haben bereits mit ihrem Unternehmen Organovo Gewebe für medizinische Zwecke hergestellt. Auch dabei wird auf "Bioprinting" gesetzt. Möglich wird das durch mehrere Zelltypen, die sich in der speziellen Tinte befinden. Für die Fleischproduktion soll das gedruckte Gewebe noch in einem Bioreaktor reifen. Wann und ob gedrucktes Schweinefleisch dann tatsächlich auf den Markt kommt, steht allerdings noch in den Sternen.

(Red.)

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