2014 wird das Jahr der PC-Spieler

Heuer startet eine neue Generation an Gaming-PCs, die Playstation 4 und Xbox One gehörig Konkurrenz machen könnte.

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(c) APA/EPA/BRITTA PEDERSEN (BRITTA PEDERSEN)

Xbox One oder Playstation 4? Eine Frage, die im vergangenen Weihnachtsgeschäft mehr als sieben Millionen Käufer für sich beantworteten. Jahrelang mussten Konsolenspieler auf die neue Hardware-Generation warten, die laut etlichen Beobachtern und Analysten überhaupt die letzte ihrer Art sein könnte. Auf der großen Unterhaltungselektronik-Messe CES in Las Vegas zeichnete sich vergangene Woche bereits ab, wie die Zukunft aussehen könnte. Valve, der Betreiber des Onlinespiele-Shops Steam, hat ein Betriebssystem entwickelt, das PC-Spielern den Komfort einer Spielkonsole ermöglichen soll, und zeigte auf der CES erste Geräte, die 2014 auf den Markt kommen werden.


Neue Grafikkarte? Einfach anstecken. Hardware-Hersteller Razr verfolgt mit seinem Project Christine einen anderen Ansatz: Der klassische Gaming-PC soll massentauglich werden. Der Razr-Computer ist derzeit noch ein Prototyp, der bis spätestens 2015 zur Marktreife gebracht werden soll. Er besteht aus einzelnen Modulen, die einfach an eine Säule gesteckt werden und so auch technisch wenig begabten Spielern das Basteln eines individuellen Gaming-PCs ermöglicht. Der Vorteil liegt auch darin, dass das Gerät rasch an gestiegene Hardware-Anforderungen angepasst werden kann. Der Austausch einer Grafikkarte oder das Nachrüsten von Arbeitsspeicher wird zum Kinderspiel: Anstecken und fertig. Ob Razr es auch gelingt, ein anderes Problem klassischer Gaming-PCs zu lösen, nämlich das der üblicherweise hohen Kosten, ist noch nicht bekannt. Bei den „Steam Machines“ scheint dieser Kunstgriff zu gelingen.

SteamOS ist ein eigenes Betriebssystem, das auf Linux basiert und auf das Spielen von PC-Games auf dem Fernseher oder auf anderen großen Bildschirmen ausgerichtet ist. Dazu hat Valve auch einen eigenen Controller entwickelt, den erste Tester in höchsten Tönen loben. Der einzige schmerzliche Haken: Die Spieleauswahl für Linux ist (noch) eingeschränkt, und vor allem die großen Blockbuster fehlen nach wie vor. Valve arbeitet fieberhaft daran, das derzeitige Steam-Angebot von rund 450 Linux-Spielen auszubauen. Das Ziel sind alle 3000 Spiele, die derzeit über Steam verfügbar sind. Mit dem Gelingen dieses Vorhabens steht oder fällt wohl das gesamte Projekt.

Gleichzeitig sollen mit SteamOS auch andere Entertainment-Funktionen wie das Abspielen von Filmen, Fernsehen oder Musik aus dem Internet oder dem Heimnetzwerk möglich sein. Schon hier wird deutlich, wie sehr Valve auf die Kernkompetenzen der Konsolen abzielt. Noch eindeutiger wird der Angriff, wenn man die ersten Geräte betrachtet. Alienware, die für (teure) Gaming-PCs bekannte Marke des Computerherstellers Dell, hat einen SteamOS-Rechner gezeigt, der der Form der Playstation 4 nachempfunden ist. Während Dell noch keine Preise bekannt gegeben hat, zeigen andere Hersteller, dass man es auch in diesem Punkt mit Playstation oder Xbox aufnehmen kann: Ab rund 500Dollar sind die günstigsten „Steam Machines“ zu haben. Dafür gibt es immerhin einen Core-i5-Prozessor von Intel, acht GB Arbeitsspeicher und eine 500 GB Festplatte. Wenn es etwas mehr sein darf, kann man auch um 2600 Dollar einen Konsolen-PC erwerben. Der Spagat, sowohl Gelegenheitsspieler als auch Hardcore-Gamer zu bedienen, könnte so gelingen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2014)

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