Wiener muss GIS-Gebühren für einen Laptop zahlen

Seit 2006 sind PCs mit Internet-Anschluss gebührenplichtig. Nun wurde ein überraschter Wiener tatsächlich zur Kasse gebeten. Er hat weder einen Fernseher, noch Radio.

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der ORF fordert von einem Wiener GIS-Gebühren für einen Laptop. Das berichtet der "Kurier" am Donnerstag. 2006 hat der ORF die Gebührenpflicht für PCs konkretisiert: Wer weder Fernseher noch Radio besitzt, allerdings einen PC mit Internetanschluss oder TV-Karte, muss eben für diesen Gebühren zahlen. So erging es nun einem überraschten EDV-Techniker aus Hernals.

Der 37-Jährige besitzt keinen Fernseher und kein Radio, berichtet der "Kurier". Laut dem Zeitungsbericht hat er deshalb pflichtbewusst das GIS-Formular ausgefüllt. Weil sein Notebook auch keine TV-Karte hat, sei der Wiener davon ausgegangen, dass der ORF keine Gebühren verlangen kann. Für die Gebührenpflicht reicht es allerdings, wenn der Computer an das Internet ansgeschlossen ist.

"Auch ein Computer mit Internetanschluss oder TV-Karte wäre aufgrund des Angebots in der Lage, Radioprogramme und TV-Programme zu empfangen und abzuspielen", heißt es auf der GIS-Homepage. Deshalb bekam der 37-Jährige auch Besuch von einem GIS-Mitarbeiter, der ihn laut "Kurier"-Bericht "barsch" auf seine Gebührenpflicht hinwies. 113 Euro muss er nun zahlen.

Theoretisch ist übrigens auch Handy-TV gebührenpflichtig. Der ORF räumt zwar ein, dass nicht bezahlt werden muss "sofern diese Geräte (Handys, Anm.) nur mobil verwendet werden." Man müsste sein Mobiltelefon dann allerdings immer vor der Haustüre liegen lassen: Denn, "wer eine Rundfunkempfangseinrichtung in Gebäuden betreibt, hat Gebühren zu entrichten", heißt es auf der GIS-Homepage. Bisher gab es allerdings noch keinen Fall, bei dem für das Handy Gebühren eingehoben wurden.

 

(sg)

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