Roboter sucht auf Facebook nach Freunden

"Ibn Sina" soll Gesichter erkennen können und wird auf Facebook nach den dazu passenden Personen suchen, um mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Seine Schöpfer wollen die Scheu zwischen Mensch und Maschinen abbauen.

(c) AP (Itsuo Inouye)

Forscher des Interactive Robots and Media Lab (IRML) der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate geben einem ihrer humanoiden Roboter sein eigenes Facebook-Profil. Der nach dem persischen Gelehrten Abū Alī al-Husayn ibn Abdullāh ibn Sīnā (latinisiert Avicenna) benannte Roboter Ibn Sina soll auf diese Weise besser die Interaktion mit Menschen lernen. Seine Schöpfer hoffen, dass Ibn Sina auf lange Sicht Freundschaften aufbauen kann.

Berührungsängste abbauen

Wie BBC News berichtet, wollen Projektleiter Nikolaus Mavridis und seine Kollegen mit dem Facebook-Profil auch Menschen die Scheu vor Interaktionen mit Robotern nehmen. Das Grundgerüst von Ibn Sina bildet ein vom IRML entworfener Roboter, der Gesichter erkennen kann. Drei verschiedene Software-Module erkennen entweder echte Gesichter oder Gesichter auf Facebook. Weiters soll Ibn Sina in Echtzeit Gespräche führen können.

Roboter sucht auf Facebook bekannte Gesichter

Derzeit befindet sich der Roboter noch im Prototypen-Stadium. Entwickler Mavridis lässt ihn im Labor herumwandern und Menschen kennenlernen. Sobald Ibn Sina jemanden sieht, den er noch nicht kennt, schaut er auf Facebook nach, ob die Person ein Profil besitzt. Mit der Zeit wird die eigene Seite des Roboters gefüllt und wird auch regelmäßig neue Fotos enthalten.

Humanoide Roboter ekeln Menschen

Ein Problem könnte das Erscheinungsbild des Roboters darstellen. Er steckt in einer humanoiden Hülle, die einem älteren Mann mit langem Bart und arabischen Gewändern nachempfunden ist. Japanische Roboter-Spezialisten sind laut Technology Review schon seit längerem mit dem Problem konfrontiert, dass "fast menschliche" Roboter bei menschlichen Gegenübern mehr Ekel hervorrufen als definitiv mechanisch aussehen.

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