HDTV per Antenne: KommAustria schreibt DVB-T2 aus

Gerade wurde die letzte Analog-TV-Anlage in Österreich abgedreht, schon winkt der nächte Digital-Standard. DVB-T2 verspricht HD-Fernsehen per Antenne.

Panasonic Plasma HDTVs are shown at a press preview, Thursday, March 29, 2007, in New York. Panasonis are shown at a press preview, Thursday, March 29, 2007, in New York. Panasoni
Panasonic Plasma HDTVs are shown at a press preview, Thursday, March 29, 2007, in New York. Panasonis are shown at a press preview, Thursday, March 29, 2007, in New York. Panasoni
(c) AP (Mark Lennihan)

Die Medienbehörde KommAustria sucht Betreiber für den neuen terrestrischen Digital-TV-Standard DVB-T2. Am Donnerstag schreibt die KommAustria zwei (hier und hier) bundesweite Frequenzbedeckungen aus, die dem Aufbau einer Sendernetzinfrastruktur für DVB-T2 gewidmet sind. Bewerber können sich bis 15. November melden, Zulassungen sollen bis Frühsommer 2012 erteilt werden. Die Ausschreibung des neuen Standards erfolgt damit nur Wochen nachdem die letzte Analog-TV-Anlage in Österreich abgeschaltet wurde. Seither kann Antennenfernsehen nur noch digital per DVB-T empfangen werden. DVB-T2 bringt viele Neuerungen wie etwa HD-Fernsehen per Antenne. Mit DVB-T-Geräten kann der neue Standard jedoch nicht empfangen werden. 

Schon im April 2010 hat die ORS in Wien einen ersten (geschlossenen) Feldversuch mit DVB-T2 gestartet. Der Sender Kahlenberg sendet noch bis März 2012 die Programme ORF1 HD, ORF 2 HD und Servus TV HD, um verschiedene Sendeparameter zu testen. Die zukünftigen Betreiber des Standards haben laut KommAustria ein Jahr Zeit, um einen DVB-T2-Versorgungsgrad von 50 Prozent der Bevölkerung herzustellen. Nach spätestens zwei Jahren müssen 80 Prozent der Bevölkerung erreicht werden. Eine weitere, bundesweite Frequenzbedeckung steht für DVB-T2 laut KommAustria zur Verfügung, soll aber erst ausgeschrieben werden, wenn der Bedarf dafür deutlich wird.

Bis zu 20 TV-Programme möglich

Die neue Technologie ermöglicht die Übertragung von erheblich mehr Fernsehprogrammen in einem Fernsehkanal, als dies mit dem 2006 in Österreich eingeführten Vorgängerstandard DVB-T möglich ist. Auch die Ausstrahlung von HDTV-Programmen ist damit kostengünstiger und somit für Programmveranstalter eher wirtschaftlich vertretbar zu realisieren. Außerdem ist DVB-T2 auch auf die Verbindung von TV und Internet per HbbTV (Hybrid broadband broadcasting) vorbereitet. "Mit DVB-T2 können Programm- und Meinungsvielfalt auch beim digitalen Antennenfernsehen signifikant und zeitgemäß ausgebaut werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der KommAustria, Florian Philapitsch, am Mittwoch in einer Aussendung. Die beiden neuen Frequenzbedeckungen (MUX D und MUX E) könnten bis zu 20 TV-Programme in guter digitaler Standard-Qualität transportieren.

Für die bestehenden DVB-T-Kunden soll sich bis auf weiteres nichts ändern, sagte RTR-Geschäftsführer Alfred Grinschgl. Das bisherige DVB-T-Angebot werde es in einem langfristigen Parallelbetrieb über mehrere Jahre weiterhin geben. "So entsteht keinerlei Zwang, bereits vorhandene DVB-T-Empfangsgeräte mit der Einführung von DVB-T2 sofort auszutauschen." Wer dennoch rasch auf DVB-T2 und auf einen dafür geeigneten Empfänger umsteigen möchte, könne mit dem neuen Gerät auch die bisher über DVB-T ausgestrahlten Programme empfangen.

 

(Ag. / Red. )

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