Krawatte mit James-Bond-Effekt

Ob die OctaCam-Krawatte den modischen Ansprüchen von 007 genügte, sei dahingestellt. Die darin verborgene Technik hätte vor nicht allzu langer Zeit sogar Q beeindruckt und macht auch heute noch Spaß.

Krawatte JamesBondEffekt
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Krawatte JamesBondEffekt
(c) Pearl

Egal, ob Kugelschreiber, Taschenlampe, Schlüsselanhänger oder Feuerzeug, eine Videokamera lässt sich heute dank der winzigen Bildsensoren schon so gut wie überall verstecken. Was vor noch gar nicht allzu langer Zeit einem James Bond vorbehalten war, ist nun für wenige Euro für jedermann erschwinglich geworden. Die jüngste Errungenschaft auf diesem Sektor ist die OctaCam-Krawatte PX-8132, die vom Online-Händler Pearl vertrieben wird: Die kleine Linse wurde so geschickt in der Musterung einer Krawatte versteckt, dass sie selbst bei genauem Hinschauen niemandem auffällt.

Um für das Gadget eine Verwendung zu finden, muss man kein Geheimagent sein. Die Kamerakrawatte ermöglicht etwa im Urlaub Aufnahmen an Orten, an denen Fotografieren oder Filmen offiziell unerwünscht ist. Auch kann es zum Beispiel bei Partys ein Riesenspaß sein, das Geschehen aus einer ungewöhnlichen Perspektive festzuhalten und es später den Gästen vorzuführen. Aber Achtung: Heimliche Aufnahmen und Gesprächsmitschnitte verletzen die Privatsphäre und sind strafbar. Haben die Betroffenen die Lizenz zum Filmen erteilt, steht dem Spaß nichts im Wege.

Da es ein wenig seltsam aussieht, wenn man dauernd an der Krawatte herumnestelt, gibt es eine Fernbedienung, die man in die Hosen- oder Jackentasche stecken kann. Ein dezentes Vibrationssignal zeigt dem Benutzer an, in welchem Modus sich die Kamera gerade befindet. Leider hat man während des Filmens keine Kontrolle darüber, was wirklich aufgezeichnet wird – deshalb sollte man vor dem ersten Einsatz üben, bis man weiß, wie fest man die Krawatte binden muss, um nicht nur Füße, Bäuche oder den Himmel auf den Chip zu bannen. „Binden“ ist übrigens etwas übertrieben, der Knoten ist fix vorgeknüpft und muss nur noch mittels Zipps auf der Rückseite justiert werden.

Der Speicher der Kamera bietet mit vier GB Platz für etwa 90 Minuten Video – so lange hält in etwa auch der Akku durch, bis er wieder neu aufgeladen werden muss. Dies geschieht normalerweise am USB-Port eines Laptops oder PCs, über den man die Aufnahmen dann auch gleich auf die Festplatte überspielen kann. Ein Verlängerungskabel ist im Lieferumfang inkludiert.

 

Bild ausreichend, Ton sehr gut

Die Kamera filmt in einer Auflösung von 720 mal 480 Bildpunkten. Die Videos reichen zwar längst nicht an die Qualität eines richtigen Camcorders heran, zum spontanen Festhalten unwiederbringlicher Eindrücke reicht es allemal aus. Erstaunlich gut ist die Qualität des Tons. Etwas störend ist die permanente Einblendung von Datum und Uhrzeit in der Aufnahme, die sich nicht abschalten lässt, und auch die erste Einstellung ist von der Handhabung her etwas unpraktisch: Man muss die Daten auf einem PC in eine Text-Datei schreiben und dann zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Kameraspeicher kopieren. Dasselbe Verfahren setzt Pearl übrigens auch bei anderen Minikameras ein.

Alles in allem ist die rund 60 Euro teure OctaCam-Krawatte ein nettes Spielzeug, das zwar keine professionellen Videos aufnehmen, aber viel Spaß machen kann.

Fazit Krawattenkamera

Gefällt: unterhaltsames Gadget für Party und Urlaub.

Gefällt nicht: Zeiteinblendung nicht abschaltbar, Blickwinkel nur schwer kontrollierbar.


E-Mails an: hightech@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2011)

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