Wikipedia sammelt Spenden - Benutzer äußern Unmut

Die Enzyklopädie will 5 Millionen Euro sammeln. Einige Spender kommentieren dabei den "Löschterror" in der deutschsprachigen Version. Wikimedia Deutschland hat einige dieser Kommentare wieder gelöscht.

(c) Wikipedia, DiePresse.com

Um die Online-Enzyklopädie Wikipedia am Leben zu erhalten will die Wikimedia Foundation bis Jänner 2010 5 Millionen Euro an Spenden sammeln. Benutzer können über eine eigens eingerichtete Website einen Betrag ihrer Wahl an das Projekt überweisen. Allerdings nutzen einige Kritiker die Kommentarzeile auch dafür, ihrem Ärger über die Art und Weise, wie die Seite verwaltet wird, Luft zu machen. Besonders deutsche Benutzer beschweren sich über restriktive Administratoren.

"Zensur" und "Löschterror"

So schreibt zum Beispiel der Benutzer Florian Voigts: "Freiheit des Wissens statt Zensur! Gegen den Löschterror!", ein anonymer Spender schlägt in dieselbe Kerbe: "Schmeißt bitte die ganzen Deutschlehrer-Löschadmins raus!" Etwas moderater formuliert es Spender Stefan Schmidt. Er schreibt: "Ich plädiere für eine weniger restriktive Löschpolitik!" Der deutsche Ableger Wikimedia Deutschland e.V. hat begonnen, einzelne Spendenkommentare zu löschen. Laut einem Blogeintrag sollen damit gefälschte Bankdaten aussortiert werden, um Kosten für Rücküberweisungen zu vermeiden.

Streit um Relevanz der Artikel

Derzeit tobt in der deutschsprachigen Wikipedia-Gemeinde eine Relevanzdebatte. Es soll geklärt werden, welche Themen wichtig genug sind, um in die Enzyklopädie aufgenommen zu werden. Während einige Autoren möglichst viele Artikel in die Wikipedia aufnehmen wollen, stemmen sich andere dagegen und pochen darauf, nur inhaltlich wichtige Themen zu inkludieren.

(db)

Kommentar zu Artikel:

Wikipedia sammelt Spenden - Benutzer äußern Unmut

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen