2019 wird ein spannendes Streaming-Jahr mit Walt Disney

Die Gespräche mit dem Rupert-Murdoch-Imperium und Walt Disney laufen wieder. Das "König der Löwen"-Unternehmen startet seine Milliardenschlacht um die Streaming-Krone.

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(c) EPA (Disney/Ho)

Draußen wird es immer kälter und Schnee und Regen wechseln sich ab. Das perfekte Wetter für Couch und Fernsehen. Auf Netflix werden die Filmklassiker von Walt Disney passend zur Weihnachszeit angeboten. Ein guter Deal, denn die DVDs kosten auch heute noch im Schnitt zwischen 14 und 20 Euro. Das Angebot auf Netflix ist aber zeitlich begrenzt. Denn die Zusammenarbeit zwischen dem Streaming-Dienst und Walt Disney hat ein Ablaufdatum. Die Macher von "König der Löwen", "Arielle", "Aladin" haben beschlossen, dem Streaming-Trend zu folgen.

2019 will man in den USA einen eigenen Dienst anbieten. Der Konzern, zu dem auch Marvel, Pixar und die Star-Wars-Reihe gehören, hat im Sommer dieses Jahres für 1,58 Milliarden Dollar das Technik-Unternehmen Bamtech übernommen. Ab 2019 werden die geplanten Filme Toy Story 4 sowie auch Frozen 2 exklusiv bei Disneys eigenem Dienst zu sehen sein. Auch das Ende der aktuellen Star-Wars-Trilogie wird dann nur über das neue Portal gestreamt werden können.

Für Netflix-User bedeutet das, dass sie die nächsten beiden Star-Wars-Filme noch auf dem Streaming-Dienst sehen können. Das Ende aber nicht mehr. "US-Netflix-Mitglieder haben bis Ende 2019 Zugang zu Disney-Filmen, darunter alle neuen Filme, die bis Ende 2018 gezeigt werden. Wir machen weiterhin Geschäfte mit der Walt Disney Company in vielen Bereichen, einschließlich unserer laufenden Beziehung mit Marvel TV", erklärte der Dienst nach Bekanntwerden der aufgekündigten Zusammenarbeit.

Walt Disney macht Netflix das Leben schwer

Für Netflix war der Deal mit Walt Disney mehr als lukrativ. Die Zusammenarbeit mit Marvel führte zu einigen exklusiven Serien wie "Jessica Jones", "Luke Cage", "Iron Fist" sowie auch "Marvels The Defenders". Die beliebten Serien halfen dem Dienst auch, sich von den Konkurrenz-Diensten zu unterscheiden. Binnen kürzester Zeit etablierten sich zu Netflix einige Dienste, die das Modell aus Eigenproduktionen, exklusiven Kooperationen und alten Serien aufnahmen.

Mit 2019 schlägt ein neuer Dienst auf, der nicht nur auf eine lange Geschichte an erfolgreichen Produktionen zurückblicken kann, sondern über die Jahre ein großes Repertoire an Firmenbeteiligungen aufgebaut hat. Zu Walt Disney gehören Touchstone Pictures, Pixar, Marvel, Lucasfilm, die Fernsehsender ABC, ESPN, Disney Channel und Super RTL.

Fertig ist der Konzern mit seiner Einkaufstour noch lange nicht. Nachdem die Gespräche zwischen dem Rupert-Murdoch-Imperium und Walt Disney eingestellt wurden, hat man sie jetzt wieder aufgenommen. Es könnte der größte Deal der Mediengeschichte werden. Immerhin überlegt Rupert Murdoch den Verkauf vom Großteil seines Geschäfts. Er will sich Medienberichten zufolge künftig auf seine Nachrichten- und Sportprogramme fokussieren. Hintergrund ist der Vormarsch junger Konkurrenten im Unterhaltungsbereich wie dem Videoportal Netflix. Verkaufsgespräche mit Disney seien jedoch früh an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert, hatte es geheißen.

Medienbranche im Aufruhr

Wenn ein Verkauf doch noch zustande käme, würde dies die Medienbranche umkrempeln: Zu Murdochs Reich gehören das legendäre Filmstudio 20th Century Fox, der britische Bezahlsenderkonzern Sky sowie wichtige politische TV-Sender in den USA wie Fox News. Neben 21st kontrolliert Murdoch den Verlagskonzern News Corp, unter dessen Dach das "Wall Street Journal" und die "New York Post" erscheinen. Für Kunden bedeutet das, dass die Auswahl an Streaming-Diensten größer wird, aber eben auch der Bedarf an monatlichen Abos. Aber immerhin hat Disney schon jetzt angekündigt, dass es seinen Dienst "günstiger als Netflix" anbieten will.

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