25 Jahre .com: Eine Bibliothekarin ordnete das Internet

1985 wurden .com, .net, .gov und .edu eingeführt, um die Verwaltung des Internets zu erleichtern. Heute ist dieses Namenssystem auf eine fast unüberblickbare Zahl an Top-Level-Domains angewachsen.

Jahre Eine Bibliothekarin ordnete
Jahre Eine Bibliothekarin ordnete
(c) REUTERS (� Robert Pratta / Reuters)

Genau vor einem Vierteljahrhundert, am 15. März 1985, entstand das Namenssystem des Internets, wie es noch heute besteht. Am Anfang standen .com, .gov, .edu, .mil, .org und .net. Die Entscheidung für genau diese "Top Level Domains" war jedoch keine einfache. Eine Bibliothekarin bemühte sich um diese klare Systematik. Heute, 25 Jahre später, steht das System kurz davor in einer schier unüberblickbaren Masse an registrierbaren Top Level Domains zu versinken.

Bevor das System der Top Level Domains eingeführt wurde, musste jeder ans Netz angeschlossene Rechner mit seiner Adresse manuell in einer eigenen Datei verzeichnet werden. Mitte der 80er-Jahre wurde deutlich, dass das internationale Netzwerk für diese Methode zu groß und unübersichtlich werden würde. Damals entstand die Idee eines verteilten Namenssystems, einer Art Systematik, die das Internet in bestimmte Bereiche einteilt.

Bibliotheken als Vorbild

Eine erste Anregung kam schließlich von dem Internetpionier Jon Postel, der eine Unterteilung in .net und .gov vorschlug. Eine feingliedrigere Lösung kam schließlich von Elizabeth Feinler, die bereits eine langjährige Erfahrung mit Systematiken für große Massen an Dokumenten hatte - nämlich als Bibliothekarin. Sie war in den 70er-Jahren Leiterin der Recherche-Abteilung des Stanford Research Intitute, das 1969 einer der ersten vier Knoten des Internets wurde.

Da sich bereits abzeichnete, dass das Internet auch für Firmen interessant werden würde und Universitäten ebenfalls einen eigenen übergeordneten Namen benötigen würden, ergänzte Feinler den Vorschlag von Postel um .com und .edu. Hinzu kamen noch .mil für das Militär und .org für andere Organisationen.

Das Ende der Ordnung: .hansi

Mittlerweile hat sich das Namenssystem stark erweitert, sodass es neben den rund 20 "generischen" Adressendungen auch mehr als 200 länderspezifische gibt. Noch heuer soll das System endgültig aufgeweicht werden. Jeder beliebige Name kann dann als Top Level Domain beantragt werden. So wäre die Adresse www.hasiputzi.hansi genauso denkbar wie www.innerestadt.wien.

 

(sg)

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