"KZ-Nutten": Schüler nach Facebook-Nachricht angezeigt

Der Jugendliche aus Kärnten bezeichnete Mitschülerinnen als "KZ-Nutten". Der Schuldirektor hat die Staatsanwaltschaft informiert.

A Facebook User Operations Safety Team worker looks at reviews at Facebook headquarters in Menlo Park
A Facebook User Operations Safety Team worker looks at reviews at Facebook headquarters in Menlo Park
(c) AP (Paul Sakuma)

Ein Schüler der Kärntner Tourismusschule (KTS) in Warmbad bei Villach hat Mitschülerinnen im auf Facebook als "KZ-Nutten" beschimpft. Der Jugendliche wurde daraufhin von KTS-Direktor Gerfried Pirker angezeigt. "Ich sah mich gezwungen, die Staatsanwaltschaft zu informieren", bestätigte Pirker einen Bericht der "Kleinen Zeitung" vom Samstag.

"Wir wollen mit der Qualität von Schülern werben, die ausgezeichnet werden. Mit dieser Sache können wir keine Werbung machen, das kann man nicht so einfach hinnehmen", meinte Pirker. Zum Hintergrund: Einige Schüler hatten sich via Facebook auf derbe Art beschimpft. Als Tiefpunkt bezeichnete der betroffene Schüler einige Mitschülerinnen als "KZ-Nutten". Die jungen Frauen informierten daraufhin den Direktor.

"Komplette Zigeuner-Nutten"?

Pirker führte dann mit dem Minderjährigen und dessen Eltern ein Gespräch und wies auf die mögliche nationalsozialistische Wiederbetätigung hin. Der Schüler verteidigte sich damit, dass "KZ-Nutten" nichts mit Konzentrationslagern zu tun habe, sondern vielmehr "Komplette Zigeuner-Nutten" gemeint sei. "Die Eltern sind bestürzt", sagte Pirker.

Ein Schulausschluss stehe vorerst nicht im Raum, da es sich dabei um ein sehr komplexes Verfahren handle, und letztlich auch nicht der Direktor darüber entscheide. "Was den strafrechtlichen Aspekt betrifft, sind wir auch nicht zuständig, deshalb wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet", so Pirker.

Zwangsprostitution in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten galt lange als Tabuthema. Ab 1942 wurden mehrere Hundert Häftlingsfrauen in zehn Konzentrationslagern von der SS zur Sex-Zwangsarbeit gezwungen. Sie mussten privilegierten männlichen Häftlingen zu Diensten zu sein. Die perfide Idee stamme von SS-Führer Heinrich Himmler persönlich. In den vergangenen Jahren widmeten sich mehrere Ausstellungen - etwa in den ehemaligen Konzentrationslagern Mauthausen, Ravensbrück und zuletzt in Buchenwald - dem Thema.

(APA)

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