Firmen wollen Facebook-Passwort von Job-Bewerbern

Um mehr über die Anwärter zu erfahren, verlangen US-Firmen die Herausgabe der Login-Daten. Experten sehen das als grobe Verletzung der Privatsphäre.

An illustration picture shows a woman looking at the Facebook website on a computer in Munich
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(c) REUTERS (Michael Dalder)

Dass Unternehmen Hintergrundchecks für mögliche neue Mitarbeiter durchführen, ist normal. Wenn aber ein Unternehmen bei einem Bewerbungsgespräch verlangt, dass man Facebook-Login samt Passwort herausrückt, kann etwas nicht stimmen. Wie Associated Press berichtet, ist genau das dem US-Bürger Justin Bassett passiert. Der Statistiker aus New York zog daraufhin aus Protest seine Bewerbung zurück. Diese Praxis soll sich in den USA laut dem Bericht immer weiter verbreiten.

"Ungeheuerlich"

"Es ist wie wenn man jemandes Haustürschlüssel verlangt", sagt Orin Kerr, Rechtsprofessor an der George Washington University. Für ihn handelt es sich dabei um eine "ungeheuerliche Verletzung der Privatsphäre". Die Legalität dieser Maßnahmen zieht aber nicht nur Kerr in Frage. In den US-Bundesstaaten Illinois und Maryland soll es per Gesetz untersagt werden, dass öffentliche Behörden nach Zugang zu Sozialen Netzwerken von Jobanwärtern verlangen.

Mit der Herausgabe von Login-Daten verletzen User auch die Nutzungsbedingungen von Facebook. Allerdings sind diese nur schwer zu exekutieren und haben kaum rechtliches Gewicht. Facebook könnte höchstens das Benutzerkonto sperren.

(Red.)

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