Google Doodle ehrt Kinderbuchautor Maurice Sendak

Mit "Wo die wilden Kerle wohnen" wurde der amerikanische Autor weltberühmt. Heute wäre Sendak 85 Jahre alt geworden.

Google Doodle ehrt Kinderbuchautor
Google Doodle ehrt Kinderbuchautor
Maurice Sendak auf einem Archivbild von 1985 – (c) EPA (FRANK ARMSTRONG / ROSENBACH MUSE)

Er galt als düsterster und abgründigster Kinderbuchautor: Maurice Sendak, der heute, am 10. Juni, 85 Jahre alt geworden wäre. Google ehrt den Autor posthum mit einem Doodle: Hinter dem Firmenschriftzug (dem "Doodle") verbirgt sich ein Video, das unter anderem die Figuren aus Sendaks wichtigstem Kinderbuch zeigt, "Wo die wilden Kerle wohnen": Die "wilden Kerle" sind eine Horde furchteinflößender Kreaturen, sie haben große Krallen und brüllen laut, doch der kleine Max "zähmte sie mit seinem Zaubertrick: Er starrte in alle ihre gelben Augen, ohne ein einziges Mal zu zwinkern", heißt es in dem Klassiker.

1963 erschienen Sendaks Kinderbuch, im Original "Where the Wild Things Are". Kritiker hielten es für zu düster und grauslich für die Kinderzimmer, doch die jungen Leser waren begeistert von der Geschichte um den Buben und die Ungetüme. 2009 kam das Meisterwerk ins Kino, verfilmt vom einflussreichen Indie-Regisseur Spike Jonze.

Onkel und Tante waren Vorbilder für "wilde Kerle"

Sendak, 1928 in New York geboren, galt als einer der wichtigsten Kinderbuchautoren und Illustratoren des 20. Jahrhunderts. Als Sohn jüdischer Immigranten in Brooklyn aufgewachsen, weckten die Erzählungen der Eltern und Verwandten über die Zeit in Polen und andere Kindheitserlebnisse seine Fantasie. Sendaks europäische Familie kam in Hitlers Konzentrationslagern um. Die Vorbild für die "Wilden Kerle" seien seine Onkel und Tanten gewesen, hatte der Schrifststeller einmal verraten.

Im Laufe seiner Karriere illustrierte Sendak mehr als 50 Bücher. Zuletzt erschien 2011 mit "Bumble-Ardy" das erste Buch seit 30 Jahren, für das er sowohl Text als auch Illustration schuf. Das Buch über ein Waisenschwein, das eine wilde Geburtstagsparty schmeißt, landete prompt fünf Wochen lang auf der Bestsellerliste der "New York Times".

Starb an Folgen eines Herzinfarkts

Am 8. Mai 2012 starb Sendak im Alter von 83 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Für "Wo die wilden Kerle wohnen" erhielt der Autor 1964 die renommierte Caldecott Medal. 1970 erhielt er den Hans-Christian-Andersen-Preis. 2003 teilte er sich den damals neu gestifteten Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis mit Christine Nöstlinger. Posthum erschien der Gedichtband "My Brother's Book" erscheinen, das Sendak in Erinnerung an seinen verstorbenen Bruder zeichnete und verfasste.

Maurice Sendak: Der Vater der ''wilden Kerle''

(APA/dpa/Red.)

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