Google unterstützt veralteten Internet Explorer 6 nicht mehr

Der Webgigant dreht die Unterstützung mit März ab. Damit schließt sich Google anderen Firmen an, die den neun Jahre alten Browser ausrotten wollen. Schuld an der Hartnäckigkeit ist der Erfolg von Windows XP.

Google-Suchmaschine im alten Internet Explorer 6, der in China stark vertreten ist.
Google-Suchmaschine im alten Internet Explorer 6, der in China stark vertreten ist.
(c) AP (Ng Han Guan)

Der US-Internetkonzern Google hat angekündigt, die Unterstützung für den neun Jahre alten Browser Internet Explorer 6 (IE6) für seine Webanwendung Google Docs (Texte & Tabellen) mit 1. März einzustellen. Wie das Unternehmen in seinem offiziellen Blog schreibt, werden ab dem Zeitpunkt einige Schlüsselfunktionen mit dem alten Browser nicht mehr korrekt funktionieren. Google reiht sich damit in die Reihe von Unternehmen ein, die dem nicht totzukriegenden Microsoft-Browser den Kampf ansagen.

Webfirmen wollen IE6 ausrotten

Seit 2009 läuft eine Kampagne, um die veraltete Software auszurotten. Eine Allianz aus mehreren Web-Unternehmen hat sich unter der Initiative IE6 no more zusammengeschlossen. Ähnlich wie auch bei IE6 Update werden Benutzer, die mit dem alten Browser eine Website ansurfen, darauf hingewiesen, dass sie eine veraltete Version nutzen und erhalten eine Update-Empfehlung. Nach aktuellen Messungen von StatCounter nutzen immer noch 14,58 Prozent der Webnutzer den IE6. Immerhin weniger als noch im August 2009. Da hatte der Browser noch fast 20 Prozent Marktanteil. Laut Net Applications sehen die Werte etwas anders aus. Hier rechnet man immer noch mit 20 Prozent Marktanteil. Allerdings lag der IE6 vor einem Jahr dort noch auf 32 Prozent.

Bündelung mit Windows XP

Die Hartnäckigkeit des IE6 liegt darin begründet, dass er gemeinsam mit Windows XP ausgeliefert wird. Viele Benutzer nutzen einfach die Bordmittel des Betriebssystems und kümmern sich nicht darum, ihre Software zu aktualisieren. Derzeit ist das alte Microsoft-System noch auf mehr als 61 Prozent der PCs weltweit installiert. Im neuen Wachstumsmarkt China sind es sogar mehr als 90 Prozent, der IE6 kommt dort auf unangefochtene 60 Prozent. Dort fand auch ein Angriff auf Googles E-Mail-System statt, der über eine Lücke im Internet Explorer, die sich besonders in Version 6 auswirkt, durchgeführt worden war.

Wechselwillige Österreicher

Österreich zeigt sich besonders wechselfreudig: Windows XP ist auf nicht einmal mehr 50 Prozent der Rechner installiert, das neue Windows 7 kommt mit 16,25 Prozent auf rund fünf Prozentpunkte mehr als es weltweit für sich verbuchen kann. Hierzulande ist auch der Firefox-Browser beliebter als anderswo: Mit mehr als 45 Prozent Marktanteil führt die Mozilla-Software die Statistik an. Mit 6,07 Prozent fristet der unbeliebte IE6 bei uns auch nur ein Schattendasein.

Support für Firefox und Safari auch eingeschränkt

Neben dem IE6 hat Google auch allen Firefox-Versionen vor 3.0 sowie dem Apple-Browser Safari 2 die Unterstützung entzogen. Etwas merkwürdig mutet der Schritt an, den hauseigenen Browser Google Chrome nur noch ab Version 4 zu unterstützen. Bislang gibt es nämlich lediglich eine Windows-Variante, Benutzer mit Mac- oder Linux-Rechnern gehen leer aus.

(db)

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