Überwachung im Internet: So bleiben Sie anonym

Google, Social Networks, Polizei. Immer öfter wollen Unternehmen und Behörden wissen, wer im Internet was tut. Es gibt jedoch einfache Wege sich dieser Überwachung zu entziehen.

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Google gibt auf Anfrage von Regierungen IPs und dazugehörige Daten heraus, die Polizei durchsucht gleich den ganzen Computer und Social Networks verkaufen Nutzerdaten an Werbefirmen. Ein guter Teil der Überwachung im Web basiert auf der freiwilligen Preisgabe von Daten durch die Nutzer. Wieviel und was man in diversen Profilen bei Communities oder Mail-Accounts von sich preisgibt, bleibt jedem selbst überlassen. Behörden und Unternehmen interessieren sich allerdings zunehmend für Informationen, die Surfer meist ahnungslos hinterlassen.

Zertifikate einfach prüfen

Wer im Internet Daten wie Name, Adresse oder etwa die Kreditkartennummer angibt, um zum Beispiel eine Bestellung oder Reservierung durchzuführen, sollte vor allem auf die Verschlüsselung achten. Aber auch bei SSL kann man nicht ausschließen, dass mitgelauscht wird - etwa vom Arbeitgeber, oder von Behörden. Ob sich in die SSL-Kommunikation jemand eingeschalten hat, kann mit dem Zertifikat großer SSL-geschützter Seiten prüfen. Meldet man sich zum Beispiel bei eBay an, muss der Browser ein 128-Bit-Zertifikat anzeigen - anderenfalls wird man gerade überwacht. Um das Zertifikat zu überprüfen klickt man einfach auf das kleine Schloss im Browser:

SSL

Secure Sockets Layer (SSL) ist ein Verschlüsselungsprotokoll zur Übertragung von Daten im Internet. Die aktuelle Version den Protokolls ist SSL 3.0 (auch "TLS 1.0").


Cookies kontrollieren

Um das automatische Sammeln von Daten während dem Surfen zu unterbinden, muss man schon tiefer in die Trickkiste greifen: Cookies können von den meisten Browsern bereits selbsständig abgewehrt werden. Firefox bietet bereits einige Erweiterungen, die das Akzeptieren und Ablehnen von Cookies noch komfotabler gestalten - dazu gehört etwa der Cookie Button.

Cookies

Cookies sind kleine Dateien, in denen beim Besuch einer Website Daten gespeichert werden. Kommt man ein zweites mal auf die Seite, können persönliche Einstellungen, etwa zur Sprache, aus dieser Datei gelesen werden.


IP-Adresse verschleiern

Um nun ein maximales Maß an Anonymität im Web zu erreichen, sollte man die IP-Adresse verschleiern. Die weitergabe von IPs und damit verknüpften Daten liegt zwar rechtich noch in einer Grauzone. Einzelne Fälle zeigen jedoch, dass Behörden sehr wohl Möglichkeiten haben, an solche Daten heranzukommen.

Der bekannte Anonymisierungsdienst Tor (The Onion Router) macht anonymes Surfen und E-Mail-Versenden möglich. Anfragen werden dabei über verschiedene Server zum Zielserver geleitet. Der Zielserver erhält die Anfrage somit nicht mehr direkt vom Absender, sondern von einem beliebigen Server im Tor-Netzwerk.

Tor besteht aus mehreren Komponenten, die als Paket für Windows, MacOS und Linux erhältlich sind.

Will oder kann man auf seinem Rechner keine Software installieren, kann zur Anonymisierung auch einer der vielen Proxy-Server im Internet genutzt werden. Für Firefox erledigt das der "Anonymouser": Klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Link, wird automatisch ein Proxy eingeschaltet.

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