Jedes vierte Kind ist Opfer von "Cyber-Mobbing"

Die Initiative Saferinternet kämpft gegen Beleidigungen über Internet und Handy. Cyber-Mobbilng betrifft besonders Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren.

Jugendliche vor dem PC
Jugendliche vor dem PC
(c) www.BilderBox.com (Erwin Wodicka)

Heute, Dienstag, findet weltweit der mittlerweile sechste Safer Internet Day statt. Den von der EU-Kommission ins Leben gerufenen internationalen Aktionstag nehmen Institutionen, Unternehmen und Medien zum Anlass, um sich für mehr Sicherheit im Web einzusetzen. "In diesem Jahr richten wir unser Augenmerk vor allem auf das Phänomen des sogenannten 'Cyber-Mobbings', das vor allem Kinder und Jugendliche betrifft", erklärt Birgit Kimmel, Pädagogische Leiterin bei klicksafe, dem deutschen Knotenpunkt der EU-Initiative. Dieses Problem gebe es nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern im gesamten europäischen Raum. "Konflikte und Aggressionen unter Teenagern sind nichts Neues. Doch die Möglichkeiten, andere zu beleidigen, zu bedrohen oder vor einem großen Publikum lächerlich zu machen, sind durch Handy und Internet so vielfältig, effizient und leicht umsetzbar wie nie zuvor", stellt Kimmel fest.

Cyber-Mobbing sei im Grunde überall dort anzutreffen, wo Kinder und Jugendliche sich austauschen. "Das Spektrum reicht vom ungefragten und unbedachten Einstellen persönlicher Fotos auf öffentlichen Internetplattformen bis hin zur systematischen Verfolgung, Bedrohung und Beleidigung über E-Mail, Instant-Messenger und SMS", fasst Kimmel zusammen. Eine wesentliche Ursache dieser Problematik sei vermutlich in der zunehmenden Nutzung von Web 2.0-Angeboten wie sozialen Online-Netzwerken durch Minderjährige zu sehen, die nicht nur Chancen bieten, sondern auch Risiken mit sich bringen würden. "Verschiedene Studien zeigen, dass vor allem jene Schüler, die sich zwischen der achten und 13. Schulstufe befinden, am stärksten von diesem Problem betroffen sind. In dieser Altersgruppe (13 bis 18 Jahre) sind im Durchschnitt bereits rund 25 Prozent der Kinder mindestens einmal zu einem Opfer einer Cyber-Mobbing-Attacke geworden", merkt Kimmel an.

Klicksafe ist aber nur einer der europäischen Partner im Safer Internet Programm der Europäischen Union. Den österreichischen Knotenpunkt der EU-Initiative stellt etwa die Informations- und Koordinierungsstelle Saferinternet.at dar. "Unsere Aufgabe ist es, Internetnutzer - besonders Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende - bei der sicheren Verwendung von Internet, Handy und Computerspielen zu unterstützen", erklärt Projektkoordinator Bernhard Jungwirth. Auf der dazugehörenden Webseite könnten Interessierte beispielsweise praktische Infos und Tipps wie etwa kostenlose Broschüren finden. "Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei uns zurzeit auf Computerspielen. Im Laufe des Frühjahrs werden aber auch wir den Fokus verstärkt auf das Phänomen des Cyber-Mobbing legen", kündigt Jungwirth abschließend an.

 

(pte)

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