Anonymous-Hacker identifiziert? Jäger werden Gejagte

Ein Unternehmen will die Identität der Anonymous-Gruppe geklärt haben. Daraufhin griff selbige massiv an mehreren Fronten an. Das Unternehmen will sich das nicht gefallen lassen.

WikiLeaks supporters wear masks during a demonstration in Malaga
WikiLeaks supporters wear masks during a demonstration in Malaga
(c) REUTERS (Jon Nazca)

Dass es sich beim Kollektiv, das sich unter dem Namen "Anonymous" verbirgt, um nicht zu unterschätzende Gegner handelt, wissen inzwischen auch große US-Firmen. Die Gruppe hatte die Websites der Zahlungsfirmen PayPal, Mastercard und Visa im Rahmen der Kontroverse um die Enthüllungsplattform Wikileaks lahmgelegt. Jetzt wurde ein weiteres Unternehmen Ziel von Anonymous. Die Sicherheitsfirma HBGary Federal sollte herausfinden, welche Personen sich hinter dem Namen verbergen. Wenig später wurde die Website des Unternehmens blockiert, das Twitter-Konto des Chefs gehackt und persönliche Daten der Führungsriege von HBGary im Web veröffentlicht.

Anonymous-Mitglieder identifiziert?

Den Zorn von Anonymous hatte HBGary auf sich gezogen, als Firmenchef Aaron Barr der Financial Times ein Interview gab. Darin verkündet er, man sei den Drahtziehern bereits auf den Fersen. So erklärte Barr, von den hunderten Teilnehmern bei DoS-Attacken seien gerade einmal 30 regelmäßig aktiv. Lediglich zehn Personen werden von Barr als die Schlüsselfiguren und Entschiedungsträger bezeichnet. Einer von ihnen soll unter dem Pseudonym Q unterwegs sein und in Kalifornien leben. Weitere Führer von Anonymous sollen in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Australien leben. Barr erklärte weiter, er wolle seine Entdeckungen auf einer Sicherheitskonferenz in San Francisco vorstellen.

Massive Angriffe

Kurz nach Erscheinen des Interviews wurde die Website von HBGary angegriffen. Ein offener Brief von Anonymous zierte die Startseite. "Diese Domain wurde von Anonymous unter Sektion 14 der Internet-Regeln beschlagnahmt" titeln die Hacker darin. Der Text ist bei Techspot noch verfügbar. Das Twitter-Konto von Aaron Barr spuckte wenig später öbszöne Meldungen und seine eigenen persönlichen Daten aus. "Wenn wir uns einmal entscheiden, gegen die, die uns ausschalten wollen, zurückbeißen, beißen wir fest zurück", lautete eine der Botschaften. Auch Profile im Social Network LinkedIn von Managern des Unternehmens wurden gehackt, berichtet Forbes.

Sicherheitsfirma schwört Rache

Der Krieg ist aber noch nicht vorbei. Greg Hoglund, einer der Mitgründer von HBGary, zeigte sich unbeeindruckt. In einem Telefoninterview mit Sicherheitsspezialist Brian Krebs erklärt Hoglund: "Sie haben sich nicht einfach mit irgendeiner Firma angelegt. Wir versuchen die US-Regierung vor Hackern zu schützen." Anonymous hätte sich definitiv mit dem falschen Unternehmen eingelassen, sagt Hoglund. Die Hacker hätten eine Grenze überschritten und damit US-Gesetze gebrochen. Bisher hätte man keinen der Namen der Anonymous-Mitglieder veröffentlichen wollen. Das könnte sich jetzt ändern.

(db)

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