Rewe-Hack: 45.000 Kundendaten schwirren im Netz

E-Mail-Adressen und Passwörter der Kunden wurden von den Hackern online gestellt. Österreicher sollen sich nicht darunter befinden. Zahlungsdaten sollen nicht betroffen sein.

Rewe-Bilanzpressekonferenz
Rewe-Bilanzpressekonferenz
(c) dapd (Hermann J. Knippertz)

Nach dem Hackerangriff auf die Sammelbild-Tauschbörsen des Handelskonzerns Rewe haben Unbekannte Zehntausende Kundendaten im Internet veröffentlicht. "Es wurde gestern eine signifikant hohe Anzahl unserer Daten ins Netz gestellt", sagte ein Rewe-Sprecher am Mittwoch in Köln und bestätigte einen Bericht von "Spiegel Online". Es handle sich um E-Mail-Adressen und dazu gehörende Passwörter von bis zu 45.000 Kunden. Diese hatten sich mit den Daten auf einer Rewe-Seite angemeldet, um Tier- oder Fußballbilder zu tauschen. Österreichische Kunden seien nicht betroffen, hieß es.

Die Internet-Tauschbörse wurde nach Unternehmensangaben von einem externen Dienstleister entwickelt und betrieben. Dieser habe die Anmeldedaten unverschlüsselt gespeichert, sagte der Rewe-Sprecher.

E-Mail als Einfallstor für Betrüger

Fremde E-Mail-Adressen werden von Datendieben nach Expertenangaben gerne für den Versand personalisierter Spammails genutzt. Wird auch das Passwort gestohlen, steigt die Gefahr des Missbrauchs. Da viele Internet-Nutzer dasselbe Passwort für verschiedene Dienste verwenden, können sich die Hacker Zugang zu diesen Diensten verschaffen oder unter fremdem Namen einkaufen.

Die Computerhacker hatten zwei Rewe-Kundendatenbanken geknackt. Die Sicherheitslücke hatte nach Angaben des Sprechers etwa zwei Wochen lang bestanden, ehe sie am vergangenen Freitag bemerkt und behoben worden sei. Zunächst hatte es geheißen, es sei unklar, ob die Daten kopiert wurden. Ein Tippgeber aus der Szene hatte das Unternehmen auf das Leck hingewiesen. Sensible Daten wie Bankkonten oder Kreditkartennummern waren laut Rewe nicht betroffen. Das Unternehmen hatte die Öffentlichkeit am Sonntagabend über die Panne informiert und Betroffenen geraten, ihre Passwörter zu ändern.

(APA)

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