Das Handy als Geldbörse

Eine Tiroler Firma möchte mit einem neuen System erreichen, dass in heimischen Geschäften nur noch mit dem Handy bezahlt wird.

Handy, Geldboerse, NFC
Handy, Geldboerse, NFC
(C) Secure Payment Technologie

Wien. Immer mehr Österreicher besitzen ein Smartphone. Damit kann man nicht nur telefonieren, sondern auch E-Mails verschicken, im Internet surfen und fotografieren. Geht es nach dem Wunsch der Mobilfunkanbieter, soll man künftig auch in allen Geschäften mit dem Smartphone bezahlen können. Dazu sind bereits verschiedene technische Systeme auf dem Markt. Doch kein einziges hat sich bislang so richtig durchgesetzt.

Österreichs größter Mobilfunkanbieter A1 startete im Vorjahr mit der Paybox-Bank ein Pilotprojekt auf NFC-Basis. Dabei konnte man in einigen Filialen von McDonald's und Merkur sowie in A1-Shops Einkäufe mit einem NFC-fähigen Handy bezahlen. Doch das Projekt wurde nach acht Monaten eingestellt. Als Begründung nannte A1, dass die Kunden eine national und international übergreifende Bezahllösung wollten.

 

Nur wenige Händler sind dabei

Nun nimmt die Tiroler Firma Secure Payment Technologies einen neuen Anlauf. Das System der Tiroler heißt VeroPay. Es funktioniert vorerst aber nur bei den 128 Merkur-Supermärkten, den 160 Hartlauer-Geschäften und in Filialen der Tiroler Handelskette MPreis. Laut VeroPay-Erfinder Michael Suitner laufen aber bereits Verhandlungen mit anderen Handelsketten. Wer das System nutzen will, kann sich auf der VeroPay-Homepage anmelden. Dafür muss man mindestens 18 Jahre alt sein und ein Girokonto bei einer österreichischen Bank haben. Ein bis zwei Tage nach der Anmeldung erhält man auf dem Kontoauszug einen Freischaltcode.

Schließlich lädt man vom App Store oder vom Google Play Store die VeroPay-App herunter und schaltet diese mit dem Code frei. Das Bezahlen ist dann denkbar einfach. An der Kasse müssen Kunden nur ihr Smartphone bereithalten, die App starten, ihren Sicherheitscode eingeben und das Smartphone zum Scanner der Supermarktkasse halten. „Die Abbuchung dauert 200 Millisekunden, das ist ein Wimpernschlag“, sagt Suitner. Der Betrag wird per Lastschrift vom Konto abgebucht.

 

System soll absolut sicher sein

Laut Suitner sei das System absolut sicher. VeroPay verdient an jedem Einkauf mit – ähnlich wie bei Kreditkarten- und Maestro-Gebühren. Dazu müssen die Handelsketten mit der Tiroler Firma einen Vertrag abschließen. Pro Tag kann man maximal 150 Euro mit VeroPay bezahlen.

Anders als bei ähnlichen Systemen in Deutschland funktioniert VeroPay auch im Offline-Modus. Der Betrag wird auch abgebucht, wenn der Smartphone-Benutzer an der Kasse über keine schnelle und stabile Internetverbindung verfügt. Bislang haben die Tiroler zwei Millionen Euro in das System investiert. VeroPay wird sich aber nur durchsetzen, wenn möglichst viele Handelsketten mitmachen. (höll)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2013)

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