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Lassen Sie sich keine Geräte andrehen, die die Technik von gestern repräsentieren. Und z.B. »AirPlay« nicht kennen & können.

Es gibt immer einen Zeitpunkt, der die Welt, wie wir sie kennen, in ein „Davor“ und „Danach“ teilt. Eine historische Scheidelinie, die uns im Moment der Transformation eventuell gar nicht weiter auffällt. Könnten Sie etwa, wären Sie z.B. Verkäufer in einem Elektrofachgeschäft, exakt das Datum benennen, an dem Sie das allerletzte TV-Gerät mit Bildröhre auf das Kassapult gehievt haben? Oder, sagen wir einmal, als Konsument bei einem Flachbildschirm „HD-Ready“ als Qualitätssiegel angepriesen bekamen? (Apropos: Lassen Sie sich anno 2011 kein solches Produkt mehr unterjubeln!) Und weil ein für seinen trefflichen Zynismus bekannter Facebook-Freund unlängst nicht nur meinte, der Weltuntergang sei „eine echte Alternative zu den Finanzierungsproblemen des Pensionssystems“, sondern auch eine Großpackung 100-Watt-Glühbirnen als „Weihnachtsgeschenk des Jahres“ empfahl: Darüber lässt sich heute noch lachen. Morgen dann eventuell nicht mehr. Oder, weil sich die Entwicklung im Rückblick als positiv erweist, eben doch.

Sollten Sie Ihre private Schuldenbremse, im Gegensatz zu den Staatenlenkern Europas und sehr zur Freude des Fachhandels, vorweihnachtlich gelockert haben, dann investieren Sie in die Zukunft. Ich meine damit als Optimist nicht Gaskocher und Notstromaggregate, sondern technische Gerätschaft, die Freude bereitet. Kleine, feine Stereoanlagen etwa mit oder ohne iPod-Dock, wie man sie in den Megaseller-Regalen findet. Es gilt: Zuvorderst müssen die Dinger brauchbar klingen, gleich danach aber sollen sie dies & das können. Etwa die Fähigkeit, direkt mit Ihrem Mobiltelefon oder Tablet-PC – den Musikquellen avancierter Zeitgenossen – in Kontakt zu treten. Anstöpseln ist von gestern. Apple, seit jeher zu den Säulenheiligen der einfachen Bedienbarkeit zählend, hat dafür „AirPlay“ entwickelt, das per WLAN funkt. Es geht aber auch via Bluetooth. Die Bequemlichkeit, vom Sofa aus mit einem Finger-Tip etwa das neue, superbe Album der Black Keys („El Camino“) zu hören, will man rasch nicht mehr missen.

Ich teste gerade drei Geräte, die „AirPlay“ beherrschen: eines von Denon, eine kleine Anlage von Sony und ein noch kleineres Kästchen des heimischen Unternehmens Pro-ject. Die Feiertage werden mächtig dröhnen, drahtlos – und ich wette, ich bin damit nicht allein auf weiter Flur. In diesem Sinne: Stay tuned! Mehr zum Thema dann anno 2012.

Mehr unter: groebchen.wordpress.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2011)

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