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Gibt es Leben auf den exotischen Planeten Keppler 22b und Samsung Austria?

Glauben Sie mir: Viel lieber würde ich über Kepler 22b schreiben. Über den Symbolwert dieser Entdeckung. Über die Fantasien, Hoffnungen, Visionen, die sich damit verbinden. Und – inmitten des aktuellen irdischen Jammertals – über die strahlende Helle der Nachricht, dass in den unendlichen Weiten des Alls weitere bewohnbare Planeten existieren. Keppler 22b, gerade einmal 600 Lichtjahre von Mutter Erde entfernt, ist der erste, den man dingfest machen konnte. Das nenne ich eine Weihnachtsbotschaft! Allerdings könnte damit auch das theologische Fundament diverser allein selig machender Religionen auf Dauer angeknackst sein. Wenn jetzt noch die Vermutung von Physikern am CERN, Neutrinos bewegten sich bisweilen schneller als das Licht, bestätigt wird (derzeit geht man von einem Messfehler aus), bleibt sowieso kein Einstein auf dem anderen. Ich besorge mir schon einmal Raketenbastelbogen und Auswanderungszertifikat samt Stempelmarke.

Nun habe ich aber erst unlängst aufgerufen, mir irdische Sorgen und Nöte den Technikalltag betreffend mitzuteilen. Friedrich G. hat das umgehend getan. „Als ,Maschinenraum‘-Leser schlage ich vor“, schrieb er mir, „dass Sie sich einmal mit unseren Freunden von Samsung befassen, die zwar ein ganz nettes Smartphone (Galaxy II S) verkaufen, dazu aber eine Frechheit von inferiorem ,Kies‘-Serviceprogramm zum Synchronisieren mit PC und Laptop bereitstellen. Die einschlägigen Webforen quellen über von ratlosen Usern, die eine fehlerlose Synchronisation benötigen, das vermaledeite ,Kies‘ aber nicht zum Laufen bringen. Und die Support-Leute von Samsung schweigen sphinxisch und beantworten keine Mails.“ Ende der Botschaft.

Nun: Ich werde das 1:1 den Damen und Herren des Weltkonzerns weiterreichen. Vorweihnachtsstress gilt bald nicht mehr als Ausrede, Elektropost nicht zu beantworten. Wobei, wenn ich's recht bedenke: Habe ich nicht selbst vor einigen Monaten den Asiaten eine Beschwerde zukommen lassen? Und warte ich nicht immer noch auf eine weiterführendere Botschaft als jene dürren Zeilen der Pressesprecherin, sie würde den Artikel – es ging um einen vorgeblich „deppensicheren“ WLAN-fähigen Drucker, der bis heute nicht funkt – an die „Kollegen vom Fach“ weiterleiten, „Antwort folgt“? Also: Bitt' schön. Sonst kann ich Samsung Austria auf Kepler 22b beim besten Willen nicht weiterempfehlen.

Mehr unter: groebchen.wordpress.com/

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2011)

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