iPhone 6 und 6 Plus

Apples Großes und Größeres im Test

5,5 Zoll sind Neuland für Apple und das merkt man. Das nur wenig kleinere iPhone 6 ist ein braves Upgrade des Vorgängers.

Nun hat sich Apple also doch getraut. Jahrelang hat uns der Konzern eingeredet, ein zu großes Display sei nicht mit einer guten Bedienbarkeit des Touchscreens vereinbar. Die 4 Zoll des iPhone 5S (links) sind die Grenze. Dann kam der überraschende Erfolg der anfangs belächelten Android-Riesen. Samsung hat begonnen und alle Hersteller sind gefolgt. Seit zwei Jahren sind Displays über 5 Zoll für Android-Nutzer Alltag. Als "Mini" werden 4,5-Zoll-Geräte bezeichnet. Und jetzt ist auch Apple aufgesprungen: 4,7 Zoll hat das iPhone 6 (Mitte) und 5,5 Zoll das iPhone 6 Plus. DiePresse.com hat sich angesehen, wie Apple den Spagat zwischen Bedienbarkeit und den Vorteilen des größeren Bildschirms meistert. 

Text: sg/bg

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die beiden Neuen sind auch dünner als ihr Vorgänger. Vor allem beim iPhone 6 Plus ist es angeblich in den USA bereits passiert, dass sich das Gerät in einer Hosentasche verbogen hat. Wir wollten das Gerät nicht zerstören, aber auch auf ein wenig festeren Druck konnten wir das große iPhone nicht in eine unerwünschte Yoga-Pose zwingen.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das Design hat sich im Vergleich zu iPhone 5/5S stark verändert. Die scharfen Kanten sind sanften Rundungen gewichen, was den besonders schlanken Eindruck verstärkt. Die matte Aluoberfläche kennt man von anderen Apple-Produkten. Sie ist schön anzusehen und noch viel angenehmer anzugreifen. Während das kleine schwarze Testgerät optisch dezent und elegant ist, wirkt das große goldene iPhone 6 Plus ein wenig kitschig. Das goldglänzende Apple-Logo und die auffälligen weißen Linien an der Rückseite erinnern an so manche iPhone-Kopie aus China.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Will man besonders kritisch sein, kann man auch anmerken, dass das große iPhone durch das abgerundete, flache und glatte Gehäuse nicht unbedingt fest in der Hand liegt. Wer dazu neigt, sein iPhone aus der Hand rutschen zu lassen, ist mit dem 6 Plus vermutlich noch stärker gefährdet.

Die kleinere Version wurde geschickt gebaut. Den Größenunterschied im Vergleich zum iPhone 5S merkt man nur in der direkten Gegenüberstellung. Das Gerät liegt gut in der Hand und fühlt sich auch hochwertig an. Dennoch hat man das Gefühl, dass es aufgrund seiner glatten Oberfläche allzu leicht unfreiwilligen Bodenkontakt aufnehmen könnte.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Aufgrund der Größe ist der Einschaltknopf an die Seite gewandert. Beim größeren "Plus" ist er dort für Rechtshänder sehr gut erreichbar. Will man anschließend den Home-Button drücken, erfordert das allerdings bereits einen Wechsel der Handhaltung oder die zweite Hand.

Hier ist die Anordnung beim iPhone 6 besser. Das ist aber vor allem seiner Größe geschuldet. Ein Umgreifen ist nicht notwendig.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das sehr große Display hat Apple erstmals dazu bewogen, auch den Startbildschirm im Querformat anzubieten. Das hat Vorteile, wenn man zwischen Apps wechselt, die man primär beidhändig im Querformat verwendet.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei der kleineren Version hätte es auch seine Vorteile gehabt. Apple hat sich aber gegen diese Funktion beim Startbildschirm entschieden. In den Apps selbst funktioniert die Nutzung im Querformat schon.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Dass große Bildschirme auch einen großen Nachteil haben, nämlich nicht mit einer Hand bedienbar zu sein, ist nicht nur Apple aufgefallen. Andere Hersteller bieten für diesen Fall spezielle Modi an, die in der Regel die Anzeige oder das Tastenfeld an den rechten oder linken Bildschirmrand schieben, wo sie mit dem Daumen besser erreichbar sind. Bei Apple ist die Lösung etwas merkwürdig ausgefallen. Durch ein doppeltes sanftes Tippen auf den Home-Button rückt der gesamte Bildschirminhalt in die untere Displayhälfte. Der obere Bereich bleibt ungenutzt - Samsung-Nutzer wollen hier instinktiv eine zweite App anzeigen lassen. Bei Apple geht das aber nicht. Zudem bleibt das Problem, das der rechte Bildschirmrand für den Daumen nahezu unerreichbar bleibt, nicht gelöst.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Wie wenig der Einhand-Modus von Apple durchdacht ist, zeigt sich etwa bei der Telefon-App. Die unteren Tasten werden nicht angezeigt und man muss während des Nummerwählens zwischen Vollbild und Einhand wechseln.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei der Tastatur nutzt Apple den gewonnen Raum schlau aus. Sie bietet im Querformat zusätzliche Optionen für markierten Text (rechts) wie Ausschneiden, Markieren, Kopieren, Fett und Rückgängig. Nicht alle dieser Funktionen können in jeder App verwendet werden. Mit iOS8 gibt es erstmals auch die Möglichkeit alternative Tastaturen aus dem App Store zu verwenden.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das Schreiben von Nachrichten ist auch bei dem kleineren Modell im Querformat möglich. Auf die Extras wie im iPhone 6 Plus muss man aber verzichten. Aufgrund der schmalen Bauweise liegen die Tasten im Vergleich zur größeren Version sehr dicht beieinander.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Im Gegensatz zu manchen Android-Geräten sind die Startbildschirme nicht mit vorinstallierten Anwendungen überladen. Hier hält sich Apple auf angenehme Weise zurück. Entfernt können sie aber nicht werden. Weniger angenehm ist aber die Preisgestaltung Apples. Je mehr Speicher, umso teurer das Gerät. Das iPhone 6 mit 128 Gigabyte verbautem Speicher schlägt mit 899 Euro zu Buche. Bei der iPhone 6 Plus Version mit ebenfalls 128 Gigabyte muss man noch tiefer in die Tasche greifen und gar knapp 1000 Euro auf den Tisch legen.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Mit dem "Plus" bietet Apple erstmals ein Full-HD-Display an. Größe und Auflösung machen das neue iPhone zu einem wesentlich besseren Gerät für Filme und Filmchen als das iPhone 5S. Die Darstellung ist klar und die Farben natürlich. Es ist ein sehr gutes Display, es gibt aber auch einige bessere wie etwa die QHD-Bildschirme von Samsungs Note 4 oder LGs G3.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

"Health". Wie andere Hersteller bietet Apple nun eine eigene App für Gesundheits- bzw. Fitnessdaten an. Gesammelt werden etwa Schritte - wobei das iPhone automatisch zwischen Gehen und Laufen unterscheidet. Dafür sorgt ein eigener Ko-Prozessor (M8), der Bewegungen erfasst.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Durch Wischen vom oberen Bildschirmrand nach unten, kommt man in das seit iOS 7 verfügbare Benachrichtigungszentrum. Man kann auch direkt in der Übersicht einstellen, welche Anwendungen angezeigt werden. Neu ist, dass man direkt im Benachrichtigungszentrum auf SMS antworten kann. 

 

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

In den Einstellungen hat man die Möglichkeit das Gerät zu individualisieren. So kann man zum Beispiel auch unter "Mitteilungen" den Apps verschiedene Töne zuweisen, aber auch einstellen, ob man überhaupt Benachrichtigungen erhalten möchte und wenn ja, an welcher Stelle sie auf dem Display angezeigt werden.

In den Einstellungen kann auch nachträglich der Fingerprint-Scanner aktiviert und mehrere Fingerabdrücke gespeichert werden. In den USA bietet Apple mit iOS 8 auch einen Bezahldienst an, der in Verbindung mit der Touch ID funktioniert. Ob und wann dieser Service auch hierzulande verfügbar sein wird, ist noch unbekannt.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die Kamera steht erstmals hervor. Das ist der schlanken Bauweise geschuldet. Wenn das Gerät am Tisch liegt, lässt es sich aber trotzdem ohne Wackeln bedienen. Lediglich im linken oberen Drittel macht sich die Unebenheit bemerkbar. Die Kamera bietet wie auch schon das iPhone 5 und das iPhone 5S eine Auflösung von 8 Megapixel. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das verhältnismäßig wenig. So bietet das Galaxy Note 4 zum Beispiel bereits 16 Megapixel und Sony geht bei seiner Xperia Z Reihe noch einen Schritt weiter und verbaut in seinen Geräten eine 21 Megapixel Kamera. Der Qualität der Fotos ist aber dennoch gut, aber auch nicht überragend.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei den Einstellungen in der Kamera-App hat Apple nachgebessert und bietet zahlreiche Filter und Aufnahme-Modi an. Auch die Videofunktionen wurden einer Auffrischung unterzogen. Neu ist hier die "Slo-Mo"-Funktion. Dabei wird die Videoaufnahme automatisch verlangsamt. Die Wiedergabe ruckelt an manchen Stellen und macht den Eindruck noch nicht final zu sein. Eine nette Spielerei ist es aber allemal.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die Zoom-Funktion in der Kamera-App präsentiert sich im besten Licht. Manch anderer Hersteller könnte sich da eine Scheibe abschneiden. Auch bei maximalem Zoom ist das Motiv noch zu erkennen. Neu ist auch ein optischer Bildstabilisator, der vor allem bei schwachem Licht gute Aufnahmen garantiert, da der Sensor stabilisiert wird und es so weniger leicht zu Verwacklungen kommt. Bildstabilisatoren sind jedoch in der Android-Welt auch lange keine Seltenheit mehr.

Die App selbst ist übersichtlich und nicht überladen. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten lassen sich im Querformat bequem mit den Daumen erreichen und machen ein Umgreifen unnötig.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Auch die Frontkamera muss sich nicht verstecken. Trotz der geringen Pixelanzahl von 1,2 Megapixel ist die Bildqualität gut und kann problemlos für "Selfies" und Videotelefonie genutzt werden. Auch das Umschalten zwischen der Haupt- und Frontkamera funktioniert reibungslos.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die meisten iPhone-Nutzer beschäftigt wohl vor allem eine Frage: Wie lange hält der Akku durch? Im Vergleich zu bisherigen iPhones gibt es tatsächlich Gutes zu berichten. Das große iPhone 6 Plus hielt auch bei intensiver Belastung (1,5 Stunden HD-Video, verschiedene Spiele, Multitasking, Telefonie, mehrere Downloads und gelegentliches Social-Media-Netzwerken) einen vollen Tag durch. Abends lag der Akkustand bei knapp 20 Prozent. Es gibt Geräte, die deutlich länger durchhalten (etwa Sonys Xperia Z3), aber für Apple ist das eine sehr gute Leistung.

Der Akku des kleineren iPhone 6 ist ebenfalls ausdauernder als man es von früheren Apple-Smartphones gewohnt ist. Nach knapp eineinhalb Tagen durchschnittlicher Nutzung hat der Akku noch knapp 40 Prozent. Knapp zwei Tage sind ein ordentlicher Wert, auch im Vergleich mit anderen Smartphones.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Insgesamt stehen drei Speichervarianten beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus dem Nutzer zur Auswahl: 16, 64 und 128 Gigabyte. Bei der vorliegenden Testversion handelt es sich um das iPhone 6 mit dem geringsten Speicher. Insgesamt stehen dem Nutzer von den 16 Gigabyte auch "nur" 11,3 Gigabyte zur Verfügung.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Fazit

Das iPhone 6 ist im Vergleich zum iPhone 5S keine große Steigerung. Es bringt ein paar nützliche Verbesserungen, aber ein Umstieg auf die neue Version ist nicht zwingend. Das Smartphone fällt in erster Linie durch seine Größe und das neue Gewand auf. Bei der Leistung sind aber im Alltag kaum Steigerungen festzustellen. iPhone-Nutzer, die schon lange auf einen größeren Bildschirm warten, haben nun mit dem 6 Plus die eigentlich einzige Alternative. Das größere Neue ist auch für Akku-geplagte Nutzer eine Überlegung wert.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)
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Nun hat sich Apple also doch getraut. Jahrelang hat uns der Konzern eingeredet, ein zu großes Display sei nicht mit einer guten Bedienbarkeit des Touchscreens vereinbar. Die 4 Zoll des iPhone 5S (links) sind die Grenze. Dann kam der überraschende Erfolg der anfangs belächelten Android-Riesen. Samsung hat begonnen und alle Hersteller sind gefolgt. Seit zwei Jahren sind Displays über 5 Zoll für Android-Nutzer Alltag. Als "Mini" werden 4,5-Zoll-Geräte bezeichnet. Und jetzt ist auch Apple aufgesprungen: 4,7 Zoll hat das iPhone 6 (Mitte) und 5,5 Zoll das iPhone 6 Plus. DiePresse.com hat sich angesehen, wie Apple den Spagat zwischen Bedienbarkeit und den Vorteilen des größeren Bildschirms meistert. 

Text: sg/bg
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die beiden Neuen sind auch dünner als ihr Vorgänger. Vor allem beim iPhone 6 Plus ist es angeblich in den USA bereits passiert, dass sich das Gerät in einer Hosentasche verbogen hat. Wir wollten das Gerät nicht zerstören, aber auch auf ein wenig festeren Druck konnten wir das große iPhone nicht in eine unerwünschte Yoga-Pose zwingen.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das Design hat sich im Vergleich zu iPhone 5/5S stark verändert. Die scharfen Kanten sind sanften Rundungen gewichen, was den besonders schlanken Eindruck verstärkt. Die matte Aluoberfläche kennt man von anderen Apple-Produkten. Sie ist schön anzusehen und noch viel angenehmer anzugreifen. Während das kleine schwarze Testgerät optisch dezent und elegant ist, wirkt das große goldene iPhone 6 Plus ein wenig kitschig. Das goldglänzende Apple-Logo und die auffälligen weißen Linien an der Rückseite erinnern an so manche iPhone-Kopie aus China.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Will man besonders kritisch sein, kann man auch anmerken, dass das große iPhone durch das abgerundete, flache und glatte Gehäuse nicht unbedingt fest in der Hand liegt. Wer dazu neigt, sein iPhone aus der Hand rutschen zu lassen, ist mit dem 6 Plus vermutlich noch stärker gefährdet.

Die kleinere Version wurde geschickt gebaut. Den Größenunterschied im Vergleich zum iPhone 5S merkt man nur in der direkten Gegenüberstellung. Das Gerät liegt gut in der Hand und fühlt sich auch hochwertig an. Dennoch hat man das Gefühl, dass es aufgrund seiner glatten Oberfläche allzu leicht unfreiwilligen Bodenkontakt aufnehmen könnte.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Aufgrund der Größe ist der Einschaltknopf an die Seite gewandert. Beim größeren "Plus" ist er dort für Rechtshänder sehr gut erreichbar. Will man anschließend den Home-Button drücken, erfordert das allerdings bereits einen Wechsel der Handhaltung oder die zweite Hand.

Hier ist die Anordnung beim iPhone 6 besser. Das ist aber vor allem seiner Größe geschuldet. Ein Umgreifen ist nicht notwendig.

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das sehr große Display hat Apple erstmals dazu bewogen, auch den Startbildschirm im Querformat anzubieten. Das hat Vorteile, wenn man zwischen Apps wechselt, die man primär beidhändig im Querformat verwendet.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei der kleineren Version hätte es auch seine Vorteile gehabt. Apple hat sich aber gegen diese Funktion beim Startbildschirm entschieden. In den Apps selbst funktioniert die Nutzung im Querformat schon.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Dass große Bildschirme auch einen großen Nachteil haben, nämlich nicht mit einer Hand bedienbar zu sein, ist nicht nur Apple aufgefallen. Andere Hersteller bieten für diesen Fall spezielle Modi an, die in der Regel die Anzeige oder das Tastenfeld an den rechten oder linken Bildschirmrand schieben, wo sie mit dem Daumen besser erreichbar sind. Bei Apple ist die Lösung etwas merkwürdig ausgefallen. Durch ein doppeltes sanftes Tippen auf den Home-Button rückt der gesamte Bildschirminhalt in die untere Displayhälfte. Der obere Bereich bleibt ungenutzt - Samsung-Nutzer wollen hier instinktiv eine zweite App anzeigen lassen. Bei Apple geht das aber nicht. Zudem bleibt das Problem, das der rechte Bildschirmrand für den Daumen nahezu unerreichbar bleibt, nicht gelöst.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Wie wenig der Einhand-Modus von Apple durchdacht ist, zeigt sich etwa bei der Telefon-App. Die unteren Tasten werden nicht angezeigt und man muss während des Nummerwählens zwischen Vollbild und Einhand wechseln.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei der Tastatur nutzt Apple den gewonnen Raum schlau aus. Sie bietet im Querformat zusätzliche Optionen für markierten Text (rechts) wie Ausschneiden, Markieren, Kopieren, Fett und Rückgängig. Nicht alle dieser Funktionen können in jeder App verwendet werden. Mit iOS8 gibt es erstmals auch die Möglichkeit alternative Tastaturen aus dem App Store zu verwenden.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Das Schreiben von Nachrichten ist auch bei dem kleineren Modell im Querformat möglich. Auf die Extras wie im iPhone 6 Plus muss man aber verzichten. Aufgrund der schmalen Bauweise liegen die Tasten im Vergleich zur größeren Version sehr dicht beieinander.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Im Gegensatz zu manchen Android-Geräten sind die Startbildschirme nicht mit vorinstallierten Anwendungen überladen. Hier hält sich Apple auf angenehme Weise zurück. Entfernt können sie aber nicht werden. Weniger angenehm ist aber die Preisgestaltung Apples. Je mehr Speicher, umso teurer das Gerät. Das iPhone 6 mit 128 Gigabyte verbautem Speicher schlägt mit 899 Euro zu Buche. Bei der iPhone 6 Plus Version mit ebenfalls 128 Gigabyte muss man noch tiefer in die Tasche greifen und gar knapp 1000 Euro auf den Tisch legen.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Mit dem "Plus" bietet Apple erstmals ein Full-HD-Display an. Größe und Auflösung machen das neue iPhone zu einem wesentlich besseren Gerät für Filme und Filmchen als das iPhone 5S. Die Darstellung ist klar und die Farben natürlich. Es ist ein sehr gutes Display, es gibt aber auch einige bessere wie etwa die QHD-Bildschirme von Samsungs Note 4 oder LGs G3.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

"Health". Wie andere Hersteller bietet Apple nun eine eigene App für Gesundheits- bzw. Fitnessdaten an. Gesammelt werden etwa Schritte - wobei das iPhone automatisch zwischen Gehen und Laufen unterscheidet. Dafür sorgt ein eigener Ko-Prozessor (M8), der Bewegungen erfasst.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Durch Wischen vom oberen Bildschirmrand nach unten, kommt man in das seit iOS 7 verfügbare Benachrichtigungszentrum. Man kann auch direkt in der Übersicht einstellen, welche Anwendungen angezeigt werden. Neu ist, dass man direkt im Benachrichtigungszentrum auf SMS antworten kann. 

 

(c) Presse Digital (Sara Grasel)

In den Einstellungen hat man die Möglichkeit das Gerät zu individualisieren. So kann man zum Beispiel auch unter "Mitteilungen" den Apps verschiedene Töne zuweisen, aber auch einstellen, ob man überhaupt Benachrichtigungen erhalten möchte und wenn ja, an welcher Stelle sie auf dem Display angezeigt werden.

In den Einstellungen kann auch nachträglich der Fingerprint-Scanner aktiviert und mehrere Fingerabdrücke gespeichert werden. In den USA bietet Apple mit iOS 8 auch einen Bezahldienst an, der in Verbindung mit der Touch ID funktioniert. Ob und wann dieser Service auch hierzulande verfügbar sein wird, ist noch unbekannt.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die Kamera steht erstmals hervor. Das ist der schlanken Bauweise geschuldet. Wenn das Gerät am Tisch liegt, lässt es sich aber trotzdem ohne Wackeln bedienen. Lediglich im linken oberen Drittel macht sich die Unebenheit bemerkbar. Die Kamera bietet wie auch schon das iPhone 5 und das iPhone 5S eine Auflösung von 8 Megapixel. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das verhältnismäßig wenig. So bietet das Galaxy Note 4 zum Beispiel bereits 16 Megapixel und Sony geht bei seiner Xperia Z Reihe noch einen Schritt weiter und verbaut in seinen Geräten eine 21 Megapixel Kamera. Der Qualität der Fotos ist aber dennoch gut, aber auch nicht überragend.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Bei den Einstellungen in der Kamera-App hat Apple nachgebessert und bietet zahlreiche Filter und Aufnahme-Modi an. Auch die Videofunktionen wurden einer Auffrischung unterzogen. Neu ist hier die "Slo-Mo"-Funktion. Dabei wird die Videoaufnahme automatisch verlangsamt. Die Wiedergabe ruckelt an manchen Stellen und macht den Eindruck noch nicht final zu sein. Eine nette Spielerei ist es aber allemal.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die Zoom-Funktion in der Kamera-App präsentiert sich im besten Licht. Manch anderer Hersteller könnte sich da eine Scheibe abschneiden. Auch bei maximalem Zoom ist das Motiv noch zu erkennen. Neu ist auch ein optischer Bildstabilisator, der vor allem bei schwachem Licht gute Aufnahmen garantiert, da der Sensor stabilisiert wird und es so weniger leicht zu Verwacklungen kommt. Bildstabilisatoren sind jedoch in der Android-Welt auch lange keine Seltenheit mehr.

Die App selbst ist übersichtlich und nicht überladen. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten lassen sich im Querformat bequem mit den Daumen erreichen und machen ein Umgreifen unnötig.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Auch die Frontkamera muss sich nicht verstecken. Trotz der geringen Pixelanzahl von 1,2 Megapixel ist die Bildqualität gut und kann problemlos für "Selfies" und Videotelefonie genutzt werden. Auch das Umschalten zwischen der Haupt- und Frontkamera funktioniert reibungslos.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Die meisten iPhone-Nutzer beschäftigt wohl vor allem eine Frage: Wie lange hält der Akku durch? Im Vergleich zu bisherigen iPhones gibt es tatsächlich Gutes zu berichten. Das große iPhone 6 Plus hielt auch bei intensiver Belastung (1,5 Stunden HD-Video, verschiedene Spiele, Multitasking, Telefonie, mehrere Downloads und gelegentliches Social-Media-Netzwerken) einen vollen Tag durch. Abends lag der Akkustand bei knapp 20 Prozent. Es gibt Geräte, die deutlich länger durchhalten (etwa Sonys Xperia Z3), aber für Apple ist das eine sehr gute Leistung.

Der Akku des kleineren iPhone 6 ist ebenfalls ausdauernder als man es von früheren Apple-Smartphones gewohnt ist. Nach knapp eineinhalb Tagen durchschnittlicher Nutzung hat der Akku noch knapp 40 Prozent. Knapp zwei Tage sind ein ordentlicher Wert, auch im Vergleich mit anderen Smartphones.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Insgesamt stehen drei Speichervarianten beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus dem Nutzer zur Auswahl: 16, 64 und 128 Gigabyte. Bei der vorliegenden Testversion handelt es sich um das iPhone 6 mit dem geringsten Speicher. Insgesamt stehen dem Nutzer von den 16 Gigabyte auch "nur" 11,3 Gigabyte zur Verfügung.
(c) Presse Digital (Sara Grasel)

Fazit

Das iPhone 6 ist im Vergleich zum iPhone 5S keine große Steigerung. Es bringt ein paar nützliche Verbesserungen, aber ein Umstieg auf die neue Version ist nicht zwingend. Das Smartphone fällt in erster Linie durch seine Größe und das neue Gewand auf. Bei der Leistung sind aber im Alltag kaum Steigerungen festzustellen. iPhone-Nutzer, die schon lange auf einen größeren Bildschirm warten, haben nun mit dem 6 Plus die eigentlich einzige Alternative. Das größere Neue ist auch für Akku-geplagte Nutzer eine Überlegung wert.
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