Sms.at: Mit Massen-SMS gegen Facebook und Co.

Seit genau zehn Jahren können über die Plattform SMS an Handys gesendet werden - längst nicht mehr gratis, aber dennoch höchst erfolgreich: 4,8 Mio. Accounts wurden bisher angelegt.

SMS werden entgegen aller Prognosen immer beliebter
SMS werden entgegen aller Prognosen immer beliebter
(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Die Onlinenetzwerk-Giganten aus den USA haben es in Europa verhältnismäßig schwer. In nahezu jedem Land gibt es ein lokales Angebot, mit dem sich Facebook und Co. messen müssen. In Deutschland etwa hat das bekannte StudiVZ die Nase vorne - in Österreich kommt das deutsche Studenten-Netzwerk aber bei weitem nicht so gut an, wie man meinen könnte.

Hierzulande ist der globale Platzhirsch Facebook Nummer eins. Die österreichische Plattform Sms.at macht dem US-Netzwerk aber schwer zu schaffen. Ein Viertel aller Österreicher nutzt Sms.at zumindest gelegentlich, ergab eine Studie der Mobilkom - Facebook bringt es auf 42 Prozent. Heute hat Sms.at rund 1,3 Millionen aktive Nutzer. In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt 4,8 Millionen Konten registriert. "Jeder zweite Österreicher war in den letzten zehn Jahren irgendwann auf Sms.at registriert", erklärt Pansy. Heuer feiert das Netzwerk aus Österreich zehnjähriges Jubiläum und blickt guter Dinge in die Zukunft.

Totgeglaubte leben länger

Schon vor zwei Jahren wurde dem SMS das Ende vorhergesagt, meint Sms.at-Geschäftsführer Martin Pansy. Die mobile E-Mail werde die klassische Kurznachricht verdrängen, hieß es. Tatsächlich steigt die Nutzung aber konstant an. "2009 wurden doppelt so viele SMS verschickt als vor zwei Jahren", meint Pansy. Auf dem SMS basiert auch der Erfolg von SMS.at. Die Zeiten der Gratis-SMS sind aber lange vorrüber. Schon 2002 ist das Unternehmen auf ein Bezahlmodell umgestiegen. Heute kann jeder registrierte Nutzer nur noch fünf Nachrichten pro Monat kostenlos verschicken - für weitere SMS muss bezahlt werden.

Vor den SMS-Pauschalen der Mobilfunker fürchtet sich Martin Pansy vorerst nicht. Tatsächlich in der Grundgebühr inkludiert sind die üblichen 1000er-Pakete derzeit nur bei Angeboten für Unter-27-Jährige, erklärt Pansy im Gespräch mit DiePresse.com. Kunden über 27 müssen für die Pakete zusätzlich bezahlen und es sind nur etwa 30 Prozent, die diese Angebote in Anspruch nehmen. Abseits der Pauschalen kostet das Senden von Kurznachrichten bei den Mobilfunkern rund 20 Cent pro Nachricht. Bei Sms.at sind es nur zwischen 0,3 und 16 Cent. 70.000 Abonnenten zählt der SMS-Dienst derzeit, meint Pansy.

Massen-SMS als Goldgrube

Seit 2004 setzt Sms.at aber verstärkt auf den Geschäftskundenbereich. "Der Bereich 'Business SMS' ist derzeit unser am stärksten wachsender Geschäftsbereich", erklärt der Geschäftsführer. Neben dem bekannten "mobile TAN" für das Online-Banking und der "Unwetter SMS", setzen zahlreiche Unternehmen wie Rauch, EMI, Billa und Audi auf das Angebot. Im Bereich des "Mobile Marketing" sehen die Sms.at-Betreiber ihre große Zukunft.

Noch einiges nachholen muss Sms.at im boomenden Segment der "Smartphones", der Handys auf denen Zusatzprogramme installiert werden können. "Bereits vier von zehn Handys sind Smartphones", meint Pansy. "Angebote für iPhone und Android sind noch unsere große Schwachstelle". Das werde sich aber in naher Zukunft ändern.

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