3-Chef Berthold Thoma ist gestorben

Der 46-Jährige starb an den Folgen seiner Krankheit. Thoma war von Beginn an bei 3 in Österreich tätig und schärfte das Firmenprofil des Anbieters. Er nahm sich in Interviews selten ein Blatt vor den Mund.

Berthold Thoma, CEO Hutchison Austria 3  Photo: Michaela Bruckberger
Berthold Thoma, CEO Hutchison Austria 3  Photo: Michaela Bruckberger
(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Berthold Thoma, von 2002 bis 2010 CEO von Hutchison 3G Austria, ist in der Nacht auf Dienstag, 8. Juni, an den Folgen seiner Krankheit im Alter von 46 Jahren verstorben. "Wir verlieren einen Menschen, der von uns allen zutiefst geschätzt und respektiert wurde. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie“, gab 3-Technikvorstand Jan Trionow im Namen der gesamten Belegschaft von Hutchison 3G Austria bekannt. Thoma war von Beginn an bei 3 in Österreich. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem Mobilfunkanbieter, der vor allem durch seine aggressive Preispolitik bekannt wurde.

Bis zuletzt in Arbeit vertieft

Berthold Thoma war verheiratet und hatte keine Kinder. Trotz seiner Krankheit widmete er sich bis zuletzt der Führung von 3 und der Mobilfunkbranche. Erst im März wurde Thoma vom Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) erneut zum Vorstand bestellt. Er hatte Elektronik und Nachrichtentechnik in Deutschland, England und in den USA studiert. Bevor er zu "3" kam, arbeitete er für tele.ring und Mannesmann.

Freundlicher Gesprächspartner

Thoma nahm sich selten ein Blatt vor den Mund, auch wenn es um die Konkurrenz der etablierten österreichischen Mobilfunker wie A1, T-Mobile oder Orange ging. DiePresse.com lernte Thoma als jovialen, auskunftsfreudigen und kompetenten Gesprächspartner kennen. In der Öffentlichkeit sprach er nicht über seine Krankheit, in den letzten Jahren war aber ein dramatischer Gewichtsverlust bei ihm zu bemerkten. Zuletzt gab er ein Interview anlässlich des Mobile World Congress 2010 in Barcelona.
>> Das Interview zur Nachlese
>> Hintergrundgespräch von 2009

"Thoma wird der Branche fehlen"

In einer ersten Reaktion bezeichnet A1-Chef Hannes Ametsreiter Thoma "in vielen Bereichen als Vorreiter" und würdigt ihn als Manager mit Technik- und Marktverständnis. "Darüber hinaus war Berthold Thoma ein äußers sympathischer Mensch. Er wird der gesamten Branche fehlen", sagt Ametsreiter. Auch Orange-CEO Michael Krammer bedauert den Tod Thomas. "Wir haben mit ihm nicht nur einen Vordenker in der Branche, sondern auch einen sehr guten Freund verloren", sagt Krammer. "Ihm gilt meine größte persönliche Wertschätzung."

3-Zukunft ohne Thoma

Hutchison 3G startete im Mai 2003 unter der Marke 3 in Österreich und war zu dem Zeitpunkt der erste reine UMTS-Anbieter in Österreich. Aufgrund der damals noch nicht ausreichenden Netzabdeckung schloss das Unternehmen eine Partnerschaft mit A1 in Gebieten ohne UMTS-Abdeckung. Wie die Führungsebene von 3 ohne Berthold Thoma aussehen wird, will das Unternehmen in den nächsten Tagen der Öffentlichkeit präsentieren, erklärte Trionow. Es werde aber schwer, ohne Thoma weiterzumachen. "Er wird uns fehlen."

(db)

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