Handy-Industrie stellt universelles Ladegerät vor

14 Hersteller haben der EU-Kommission einen Prototypen überreicht. In Zukunft sollen Handys per Micro-USB aufgeladen werden. 2009 hatte die Kommission den Produzenten eine Frist gesetzt.

Handy, Telefon, Ladeger�t.   Foto: Clemens Fabry
Handy, Telefon, Ladeger�t.   Foto: Clemens Fabry
Die Presse (Clemens Fabry)

Zwei Jahre lang hat es gedauert, aber nun hat der Kabelsalat ein Ende: 14 Smartphone-Hersteller haben sich auf ein einheitliches europäisches Handy-Ladegerät geeinigt und dieses am Dienstag offiziell der EU-Kommission vorgestellt. Die Stromversorgung der datenfähigen Mobiltelefone soll künftig über einen einheitlichen Micro-USB-Stecker funktionieren.

Die Absichtserklärung zur Harmonisierung der Ladegeräte unterzeichnen Apple, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (ALCATEL mobile phones), Texas Instruments und Atmel. Damit sind die gängigsten Smartphones wie iPhone, Blackbery und andere verbreitete Marken von der Norm erfasst.

Kommission riss Geduldsfaden

Nachdem der frühere EU-Industriekommissar Günter Verheugen mit den Worten "Meine Geduld ist zu Ende" 2009 einen entsprechenden Auftrag an die Hersteller erteilte, gaben die europäischen Normungsorganisationen CEN-CENELEC und ETSI die harmonisierten Normen heraus. Sie sind für datenfähige Mobiltelefone - also Handys, die Fotos, Dateien und Videos auf den Computer übertragen können - ab 2011 verbindlich, teilte die EU-Kommission mit. Die 14 Hersteller hätten vereinbart, die neuen gemeinsamen Ladegeräte im Laufe des Jahres 2011 in der EU auf den Markt zu bringen. Ursprünglich war die flächendeckende Einführung des gemeinsamen Standards bereits für Mitte 2010 geplant. Geräte, die über keine Micro-USB-Schnittstelle verfügen, dürfen mit einem Adapter ausgeliefert werden.

Prototyp an Kommission überreicht

"Das ist eine wirklich gute Nachricht für die europäischen Verbraucher. Wir warten nun darauf, dass die neuen Ladegeräte und kompatiblen Handys in die Läden kommen. Ich appelliere an die Industrie, die Markteinführung zu beschleunigen, damit die Bürger überall in der EU so bald wie möglich von den Vorteilen eines gemeinsamen Ladegerätes profitieren können", erklärte Antonio Tajani, der für Industriepolitik zuständige Vizepräsident der Kommission und Nachfolger Verheugens. Symbolisch wurde Tajani von Bridget Cosgrave, Generaldirektorin von DIGITALEUROPE, dem größten europäischen Digitaltechnikindustrie-Verband, ein solches kompatibles gemeinsames Ladegerät überreicht, wie die EU-Kommission mitteilte. Die Brüsseler Behörde verweist auch darauf, dass die Vielzahl an derzeit bestehenden Ladegeräten auch eine Belastung für die Umwelt darstellt.

(APA)

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