Android 4.1 "Jelly Bean" ab Mitte Juli mit mehr Speed

Die neue Betriebssystem-Version soll zuerst auf die Smartphones Galaxy Nexus und Nexus S kommen. Flottere Bedienung und praktische Funktionen sind die Stärken von "Jelly Bean".

Android Jelly Bean Mitte
Android Jelly Bean Mitte
(c) REUTERS (STEPHEN LAM)

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz I/O neben einem Tablet und einem Medienplayer auch die neueste Version von Android vorgestellt. Android 4.1 "Jelly Bean" bringt mehrere Verbesserungen mit sich und soll bereits Mitte Juli per Over-The-Air-Update (OTA) auf alle Geräte vom Typ Galaxy Nexus und Nexus S gespielt werden. Das neue Tablet Nexus 7 wird bereits mit "Jelly Bean" ausgeliefert werden. Teilnehmer der I/O haben neben dem Tablet auch ein Galaxy Nexus mit einer Vorschauversion von Android 4.1 erhalten.

Project Butter: Alles flotter

Schnell flutschen soll das Betriebssystem. Das war wohl der Gedanke hinter dem Projektnamen, der Android schneller machen soll. Erreicht wird das durch mehrere Änderungen. Die Bildwiederholrate wurde über das gesamte Betriebssystem vereinheitlicht. Von Apps bis hin zu Toucheingaben soll alles mit 16 Millisekunden synchronisiert werden. Außerdem wurde der Grafikpuffer verbessert, was für flüssigere Animationen sorgen soll. Und die CPU wird flotter aktiviert, wenn man das Display berührt. Android 4.1 soll auch in der Lage sein, vorauszuberechnen, wo der Nutzer seinen Finger als nächstes hingeben wird.

Google Now: Handy wacht über Termine

Eine starke Verknüpfung aller auf einem Android-Gerät gespeicherten Informationen stellt Google Now dar. Diese Funktion überwacht, wo der Nutzer gerade ist, und wie er sich üblicherweise von A nach B bewegt. Steht etwa ein Termin an und der Nutzer fährt üblicherweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, berechnet Google Now anhand der Fahrpläne, wann man am besten zu diesem Termin aufbricht und berechnet die Erinnerung dementsprechend. Datenschützer werden auf diese Funktion wohl ein genaues Auge werfen.

Benachrichtigungen informativer

Eine Stärke von Android war schon immer sein Benachrichtigungssystem. Die Informationen, die darüber angezeigt werden, sind mit "Jelly Bean" noch reichhaltiger. Mit einer Fingergeste lassen sie sich aufklappen, wodurch etwa nicht nur anzeigt wird, dass man neue E-Mails hat, sondern auch die Titel der ersten drei sieht. Verpasste Anrufe lassen sich direkt aus dem Benachrichtigungsmenü beantworten. Generell soll es möglich sein, viele Funktionen von Apps zu nutzen, ohne diese eigens starten zu müssen.

(c) Google

Widgets passen sich an

Mit Android 4.0 "Ice Cream Sandwich" wurden Widgets eingeführt, deren Größe sich individuell anpassen lässt. Mit "Jelly Bean" passiert das automatisch. Lädt man ein Widget auf einen der Startbildschirme, passt es seine Größe so an, dass es gerade noch Platz hat. Sind App-Icons im Weg, arrangieren sie sich neu. Damit das funktioniert, müssen aber mehr Entwickler als nur Google ihre Apps mit dieser Vergrößerungsfunktion ausstatten.

Spracheingabe auch offline

Bisher mussten Nutzer, die Texte per Spracheingabe verfassen wollten, eine Internetverbindung herstellen. Mit Android 4.1 ist das nicht mehr notwendig. Die Funktion läuft jetzt auch offline auf einem Smartphone oder Tablet. Bisher klappt das allerdings nur mit amerikanischem Englisch. Weitere Sprachen sollen aber bald folgen, verspricht Google. Auch die Qualität der Spracheingab wurde verbessert.

Kamera-Verbesserungen

Recht kurz fiel die Präsentation der neuen Kamera-App aus. Eine der Neuerungen dabei ist, dass das Betrachten von gerade gemachten Fotos nun schneller klappen soll. Noch während man Fotos macht, kann man mit der üblichen Finger-Zoom-Geste sich gerade gemachte Fotos anschaun. Fotos können gelöscht werden, indem man sie einfach wegschiebt. Dafür gibt es aber auch eine "Rückgängig machen"-Funktion.

Android Beam teilt Dateien

Geräte mit NFC-Chip an Bord können mit Android 4.1 mehr machen als bisher. Bilder, Videos und andere Dateien lassen sich nun über die Funktion teilen, wobei auch Bluetooth-Datenübertragung genutzt wird. Android Beam verbindet die Geräte per NFC miteinander und übergibt dann die Übertragung an die Bluetooth-Funktion der Geräte. Damit soll das Teilen von Bildern flotter und einfacher werden.

Updates werden schneller

Diese Neuerung betrifft mehr den Play Store, ist aber dennoch relevant. Bisher liefen App-Updates so ab, dass die gesamte Installationsdatei noch einmal heruntergeladen werden musste. Jetzt sind inkrementelle Updates möglich, wodurch sich die Größe der übertragenen Datei und damit auch die Dauer auf ein Drittel reduzieren lässt. Google nennt das "Smart App Updates". Die Funktion soll für Geräte ab Android 2.3 "Gingerbread" verfügbar werden.

Vorerst nur für Nexus

Während Nutzer eines Nexus-Smartphones recht bald in den Genuss von Android 4.1 kommen, muss der Rest der Android-Welt wohl noch länger auf "Jelly Bean" warten. Hersteller wie Samsung und HTC ergänzen das Betriebssystem mit ihren eigenen Oberflächen und Funktion, weshalb Updates länger benötigen als bei den Nexus-Modellen. Google will dieses Problem mit einem "Platform Developer Kit" bekämpfen, das Herstellern Zugriff auf das Betriebssystem Monate vor dessen Veröffentlichung geben soll.

(db)

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