Virtueller Marathon in die kulturelle Zukunft

Beim ersten Wiener VC CultTech Hackathon widmeten sich acht Start Ups Aufgabenstellungen aus dem Kunst und Kulturbetrieb: Moderne Technologie für alteingesessene Institutionen. Die Gewinner kommen aus Wien.

Die Gewinner vom Wiener Startup Qiue Ingemar Winkler, Stefan Kohl, Paul Deitch und Michael Wittinger mit Mäzen Dimitri Aksenov (Mitte) und dem Künstler Christian Falsnaes (rechts).
Die Gewinner vom Wiener Startup Qiue Ingemar Winkler, Stefan Kohl, Paul Deitch und Michael Wittinger mit Mäzen Dimitri Aksenov (Mitte) und dem Künstler Christian Falsnaes (rechts).
Die Gewinner vom Wiener Startup Qiue Ingemar Winkler, Stefan Kohl, Paul Deitch und Michael Wittinger mit Mäzen Dmitry Aksenov (Mitte) und dem Künstler Christian Falsnaes (rechts). – (c) viennacontemporary / HJ Kamerbeek

Mit welchen digitalen Möglichkeiten können Besucher der Staatsoper zusätzlich begeistert werden? Wie kann der Ticketver- oder Kunsteinkauf in Museen oder auf Kunstmessen digital vereinfacht, wie Festivalprogramme auf neuen Wegen kommuniziert werden?

Diese Fragen kamen von Wiener Kulturbetrieben wie der Staatsoper, den Wiener Festwochen, dem Kunsthistorischen Museum sowie der viennacontemporary, die auch gemeinsam mit Pioneers Discover den Hackathon durchführte, und richteten sich gezielt an die europäische Startup-Szene. Diese Woche standen den acht eingeladenen Teams dann 48 Stunden zur Verfügung, um im Rahmen des VC CultTech Hackathons Lösungen zu programmieren. Im Zuge dessen wurde beispielsweise die Staatsoper digital vermessen. Mithilfe einer 3D animierten App können so genaueste Informationen für Besucher direkt auf deren Smartphone geliefert werden.

Ebenfalls programmiert wurde eine App, die Mithilfe künstlicher Intelligenz den Kunstgeschmack der User analysiert und dann zielgerichtet Vorschläge zu Galerien macht oder, wie am Beispiel der viennacontemporary, genau zeigt, wo in der Kunstmesse sich Aussteller oder Kunstwerke befinden, die dem User zusagen. Die Verwendung des Smartphones geht somit auch im Kulturbereich immer tiefer in die Persönlichkeit.

Digitales Moodboard

Gewonnen haben den Hackathon vier junge Herren aus Wien, die das Startup Qiue betreiben. Sie präsentierten eine intelligente Smartphone Anwendung, die anhand von Emotionen der Benutzer wichtige Daten für Veranstalter liefert. "Besucher einer Kulturveranstaltung sind dabei aufgefordert ihre Erlebnisse anhand von vier Emotionen festzuhalten. So entsteht ein digitales Moodboard welches wichtige Informationen für Veranstalter liefern kann", erklärt Qiue Co-Founder Michael Wittinger. Die Idee sei ihnen spontan vor zwei Tagen gekommen, danach blieben nur noch wenige Stunden für die Programmierung. Ob ihre Visionen auch umgesetzt werden, steht aber noch in den Sternen oder den Weiten des Word Wide Webs. Im besten Fall können sich Ideen, die so geboren werden in weiterer Folge zu einem neuen Geschäftsmodell entwickeln, sind sich die Veranstalter einig, Bedarf sei genügend vorhanden.

Radikale Veränderung

"Kunst und technische Innovationen sollen einander treffen, es ist genau die Zeit dafür", schwärmt der russische Geschäftsmann Dmitry Aksenov. Er ist seit einigen Jahren Schirmherr der viennacontemporary und hat den VC CutTech Hackathon ins Leben gerufen (weitere sind in Planung). Gerade die neuen technologischen Möglichkeiten seien für den eher traditionell orientierten Kunst- und Kulturbetrieb eine wichtige Weiterentwicklung. Aksenov betont die radikale Veränderung unserer modernen Welt die Galerien wie Konzerthäuser, Festivalbetreiber oder Museen genauso betrifft, und eben auch Vernetzung benötigt. Wien als die Kulturhauptstadt Mitteleuropas könne sich anhand solcher Möglichkeiten neu definieren und einen Schritt in die Zukunft machen.

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