Nasenvibrator gegen Schnupfen

Der Businessplan-Wettbewerb „Best of Biotech“, derzeit in der vierten Auflage, hat bereits 24 Biotech-Gründungen ausgelöst.

Für mittlerweile 24 Forscher-Gruppen war der Wettbewerb „Best of Biotech“ (BoB) der Start in das Unternehmer-Leben. Derzeit findet dieser Businessplan-Wettbewerb zum vierten Mal statt – und die Qualität der Einreichungen ist diesmal wieder sehr hoch, berichtet Sonja Hammerschmid, Bereichsleiterin Technologie und Innovation in der Austria Wirtschaftsservice (AWS). Sie gilt als die Erfinderin dieses Wettbewerbs, durch den Forscher ermutigt werden sollen, ihre Entdeckungen wirtschaftlich zu verwerten.


Mehr als 200 Biotech-Ideen

Beim ersten BoB, vor mittlerweile acht Jahren, wurden die Organisatoren von Projetkeinreichungen geradezu überrollt: Es gab 96 Anträge. „Es muss vieles in den Schubladen gelegen sein“, so Hammerschmid. In der zweiten Auflage von BoB gab es dann einen Durchhänger – das Potenzial war vorübergehend abgeschöpft. Seither geht es wieder aufwärts, in Summe wurden bisher 161 Ideen für Biotech-Firmen präsentiert.

Bei der laufenden vierten Runde gab es bisher 42 Einreichungen. Aus diesen wurde zum Abschluss der ersten Phase sechs Preisträger auserkoren, davon erstmals die Hälfte nicht aus Österreich – der Wettbewerb ist auch für das angrenzende Ausland offen. Faszinierend ist etwa das ungarische Projekt „Ventino“, das einen Nasenvibrator entwickelt hat, der die Nase bei Schnupfen wieder für ein paar Stunden frei macht.

Zwei Preise gehen nach Innsbruck: für „Nephronic biomedical research“, die Diagnostik von Nierenkrankheiten auf Basis von „Biomarkern“, sowie für ein Projekt namens „Opsovac“, in dem neuartige Impfstoffe und Therapeutika etwa gegen HIV oder Hepatitis C entstehen sollen. Der Grazer Forscher Karl Lohner überzeugte die Jury mit einem neuartigen Antibiotikum, das Resistenzen verhindern und gleichzeitig vor dem Auftreten eines septischen Schocks schützen soll.

Alle 42 Einreichungen – und weitere, denn die Ausschreibung ist weiterhin offen – gehen nun in die zweite Phase, in der umfassende Business-Pläne ausgearbeitet werden. Dazu gibt es Workshops sowie zweitägige „Boot-Camps“, in denen Coaches die Neo-Unternehmer mit Know-How unterstützen. Der Gewinn des Wettbewerbs ist nicht die Hauptsache: Am wichtigsten ist, so Hammerschmid, der direkte Kontakt der Forscher mit den Experten der Förderagenturen. Die AWS hat spezielle Programme für die Gründung von High-Tech-Firmen aufgelegt – eine Biotech-Firma kann beispielsweise bis zu einer Million Euro an „Seed-Finanzierung“ bekommen. ku

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2008)

Kommentar zu Artikel:

Nasenvibrator gegen Schnupfen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen