Was wurde aus ... Elisabeth Gehrer?

Sieht man von Kaiserin Maria Theresia ab, war Elisabeth Gehrer die längstdienende österreichische Politikerin. Heute meidet sie das Rampenlicht.

wurde Elisabeth Gehrer
wurde Elisabeth Gehrer
(c) Michaela Bruckberger

Sieht man von Kaiserin Maria Theresia ab, war Elisabeth Gehrer die längstdienende österreichische Politikerin. Zwölf Jahre lang war die heute 68-Jährige Bildungsministerin, bis sie nach der Niederlage der ÖVP bei der Nationalratswahl 2006 aus der Politik ausschied. Kalt gelassen hat die gestählte Ressortchefin mit der direkten Art niemanden.

Die Einführung der Studiengebühren und Konflikte mit der Lehrervertretung haben Elisabeth Gehrer in Beliebtheitsumfragen stets einen der hintersten Plätze beschert. Die "niveaulosen Attacken" der Opposition seien es gewesen, so die als "Strickliesl" betitelte ehemalige Volksschullehrerin, die sie dazu bewegten, Ministerposten und Sitz im Parlament aufzugeben. Gehrer kehrte der Politik voll und ganz dem Rücken. Ein Seniorenamt in der Partei? Nein danke.

Beschaulich, fernab vom Rampenlicht

Es sei Zeit für etwas anderes, sagte sie: Ein beschauliches Leben in ihrer Vorarlberger Heimat. Fernab vom Rampenlicht, und zwar ganz bewusst. Sie sei "Pensionistin und somit Privatperson", antwortet sie auf die Presse.com-Anfrage. Vorarlbergs Landtagspräsidentin Bernadette Mendel bestätigt das: Gehrer genießt ihr Leben als Pensionistin, reist und engagiert sich für die Albanien-Freundschaftshilfe, die sie einst als Landesrätin ins Leben gerufen hat.

Und für ihre Familie, das sind ihr Mann Fritz, ihre drei Söhne und Schwiegertöchter und die Enkel, "die machen ihr sehr große Freude", so Mendel. Die Familie prägte das weltanschauliche Fundament von Gehrer seit jeher: Sie wurde zum Gespött der Studenten, als sie 2003 der jungen Generation empfahl, weniger auf Partys zu gehen und stattdessen für mehr Nachwuchs zu sorgen. Der Slogan "Kinder statt Partys" wurde zum Spruch des Jahres gekürt.

Protest gegen "Elisabethinische Ära"

Der Spruch des Jahres 2009 kam dafür von den Studenten: "Reiche Eltern für alle", einer der Slogans der Studierendenbewegung, die aus Protest gegen die österreichische Bildungspolitik Horsäle in ganz Österreich besetzten. Im Zentrum der Kritik das Unigesetz 2002, Studiengebühren und Aussiebeprüfungen: Einige Bausteine aus der "Elisabethinischen Ära".

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