Was wurde aus ... Andrea Kdolsky?

Als Gesundheitsministerin machte Andrea Kdolsky mit schrillen Auftritten und Schweinsbraten-Rezepten Schlagzeilen. Nach ihrem Ausscheiden aus der Politik tat sie sich zunächst schwer mit der Jobsuche.

Andrea Kdolsky
Andrea Kdolsky
Andrea Kdolsky – (c) APA (HELMUT FOHRINGER)

Sie war der „bunte Vogel" in der großen Koalition unter Kanzler Alfred Gusenbauer. Am 11. Jänner 2007 zog die frühere Ärztin Andrea Kdolsky (ÖVP) als Gesundheitsministerin in die Regierung ein.

Anfangs kamen ihre zahlreichen Auftritte auf dem Society-Parkett noch gut an bei der Bevölkerung. Doch die Ministerin überspannte den Toleranz-Bogen der Österreicher: Kdolsky sprach in einer Radiosendung über das Scheitern ihrer Ehe und die „Schmetterlinge im Bauch" dank neuer Liebe, trat am Life-Ball als Model auf, verteilte Kondome an 15-Jährige und schrieb ein Schweinsbraten-Kochbuch. Ihre Sympathiewerte stürzten ab, und auch in der ÖVP mehrte sich die Kritik - zumal die politischen Erfolge mager waren.

Vor der Nationalratswahl 2008 kündigte Kdolsky an, nicht mehr für ein Regierungsamt zur Verfügung zu stehen - nicht zuletzt nach internem Druck aus der ÖVP. "Beim Tiefseetauchen in der Strömung abzudriften ist vielleicht besser handelbar als die Bundespolitik", klagte die Quereinsteigerin enttäuscht.

Kritik wegen Weiterbezug des Ministergehalts

Nach dem Abgang aus der Politik nahm Kdolsky die Weiterzahlung von 75 Prozent des Ministerbezuges in Anspruch, die Regierungsmitgliedern laut Gesetz zusteht. Damit handelte sie sich viel Kritik ein.

Mit der Jobsuche tat sich Kdolsky zunächst schwer. Dafür speckte sie öffentlichwirksam ab. Im Juni 2009, einen Monat nach Ablauf des Anspruchs auf Fortzahlung des Ministergehalts, klappte es dann auch mit dem beruflichen Neustart: Kdolsky übernahm die Leitung des Bereichs „Health Care Services" von PricewaterhouseCoopers Österreich.

„Meine Passion ist die Modernisierung und die Reform des Gesundheitsbereichs", sagte die Ex-Ministerin zum Antritt des Postens, den sie nach wie vor inne hat. Vielleicht klappt es ja in diesem Job besser mit der Reform des Gesundheitsbereichs als im alten.

(kron)

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