Italien: Über 20.000 Bankenjobs gefährdet

Bei Intesa und Monte Paschi protestierten die Mitarbeiter gegen massive Stellenkürzungen. Für September plant die Gewerkschaft einen Streik.

Italien ueber 20000 Bankenjobs
Italien ueber 20000 Bankenjobs
(c) AP (MASSIMO PINCA)

Italiens Bankangestellte wehren sich gegen die massiven Jobkürzungen, die die stärksten Bankengruppen des Landes planen. Nachdem am Montag die Belegschaft der Großbank Intesa Sanpaolo die Arbeit niedergelegt hat, um gegen massive Stellenkürzungen zu protestieren, sind ähnliche Protestaktionen jetzt auch bei der krisengeschüttelten Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) und bei UniCredit geplant.

Intesa Sanpaolo, der wichtigste Konkurrent der UniCredit am Heimmarkt und in Osteuropa, plant die Streichung von 10.000 Arbeitsplätzen. Damit will die Bank ab 2014 die Personalkosten um 300 Mio. Euro reduzieren. In den vergangenen zehn Jahren hatte die Mailänder Bank bereits 13.000 Jobs wegrationalisiert. Ein Großteil der Belegschaft beteiligte sich am Protest. "Die hohe Beteiligung am Streik bezeugt, dass die Belegschaft die Geduld verliert. Die Arbeitnehmer sind nicht bereit, allein die Opfer für die Sanierung der Banken zu tragen", sagte der Generalsekretär der Bankengewerkschaft UILCA, Massimo Masi.

Auch bei Bank Austria-Mutter drohen Proteste

Die Gewerkschaft plant im September einen Streik aller Bankangestellten gegen die Strategie der Banken und der Bankenvereinigung ABI. Über 20.000 Jobs sollen in den nächsten Jahren im italienischen Bankwesen gestrichen werden. Damit wird eine Umstrukturierungsphase fortgesetzt, der seit 2007 bereits 50.000 Stellen zum Opfer gefallen sind.

Auch die Belegschaft von Italiens drittgrößter Bank Monte Paschi di Siena (MPS) steht Gewehr bei Fuß. Die Gewerkschaften protestieren gegen den Rettungsplan des Geldhauses, der die Streichung von 4600 der zuletzt rund 33.000 Stellen vorsieht. Außerdem will sich die älteste Bank der Welt von einigen Sparten trennen, Bereiche auslagern und 400 der 3000 Filialen schließen.

Auch das Personal der UniCredit droht mit Protesten. Die Gewerkschaften protestieren gegen die Pläne der Bank, in den nächsten fünf Jahren 3000 Stellen in Italien abzubauen.

(APA)

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