Asiens Börsen wieder auf Talfahrt

Erneute Rezessionsängste drücken die asiatischen Börsen deutlich ins Minus: Viele Anleger ziehen ihr Kapital aus Aktien ab und investieren in Staatsanleihen.

(c) AP (Wally Santana)

Wiederaufkeimende Rezessionsängste haben die asiatischen Börsen am Montag deutlich ins Minus gedrückt. Noch immer bestehen Zweifel, ob das von US-Präsident George W. Bush geplante Konjunkturpaket eine drohende Rezession abwenden kann. Nach schwachen Vorgaben durch die New Yorker Wall Street wurden an der Tokioter Börse vor allem Anteilsscheine exportorientierter Unternehmen verkauft. Viele Anleger zogen ihr Kapital aus Aktien ab und investierten es in als sicher geltende Staatsanleihen.

Nikkei sackt um vier Prozent ab

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte in Tokio schloss knapp vier Prozent tiefer bei 13.087 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index brach ebenfalls um 3,9 Prozent ein. Auch an den anderen asiatischen Märkten ging es deutlich bergab. In Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur betrugen die Abschläge an den Börsen zwischen drei und fünf Prozent.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer in Tokio standen Papiere von exportorientierten Unternehmen wie Sony (minus 4,5 Prozent), Canon (minus 4,9 Prozent), Honda (minus vier Prozent) und Toyota (minus 4,1 Prozent). Händler begründeten die Abschläge mit dem Anstieg des Yen zum Dollar, der Ausfuhren verteuert und damit die Gewinne der Unternehmen schmälert.

Auch Finanzwerte büßten kräftig ein. Die Aktien von Mitsubishi UFJ Financial Group sackten um 5,3 Prozent ab. "Die Kurseinbrüche an den anderen asiatischen Märkten trugen dazu bei, dass sich der Ausverkauf an der Tokioter Börse beschleunigt hat", sagte Masayoshi Yano von Toka Tokyo Securities.

Asien-Vorgaben belasten Europas Börsen

Die Leitbörsen in Europa haben am Montag im frühen Handel einheitlich schwach tendiert. Die anfänglich deutlichen Verluste konnten allerdings bis dato wieder etwas eingegrenzt werden.

Belastet von den sehr schwachen Vorgaben aus Asien hat auch der ATX im Einklang mit dem europäischen Umfeld deutlich schwächer den Handel gestartet. Bankenwerte gerieten erneut unter Druck und setzten ihre Kursverluste vom Freitag fort. Der ATX schloss mit einem Minus von knapp drei Prozent zu Freitag. (Zu den aktuellen ATX-Kursen...)

In Frankfurt notierte um 13:42 Uhr der DAX mit 6.723,05 Punkten, das entspricht einem Minus von 1,37 Prozent. In London fiel der FT-SE-100 um 1,18 Prozent auf 5.799,50 Zähler. Auch die Börsen in Paris und Zürich notierten tiefer. (Zu den aktuellen DAX-Kursen...)

China: Schneefall lässt Aktien-Kurse fallen

Die Börse Shanghai verbuchte einen Kurseinbruch von zeitweise 7,3 Prozent auf ein Fünfmonatstief von 4.413 Punkten.

Händler begründeten den Ausverkauf in China mit einem massiven Schneefall im Land. Insbesondere Aktien von Unternehmen, die von dem schlechten Wetter beeinträchtigt werden, mussten Federn lassen. Dazu zählten Fluggesellschaften, Expediteure und Versorger.

Warten auf die Fed

Die Anleger hielten sich auch angesichts der für diese Woche anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed zurück. Experten rechnen damit, dass die Fed am Mittwoch die Leitzinsen um bis zu 50 Basispunkte senken wird. In der vergangenen Woche hatte die Fed die Zinsen bereits um 75 Basispunkte auf 3,5 Prozent gesenkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Freitag 1,38 Prozent tiefer bei 12.207 Punkten geschlossen, der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,47 Prozent auf 2.326 Punkte. (Ag.)

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