UBS erlitt neuerlich Milliarden-Verlust

Die Schweizer Großbank UBS hat wegen der Subprime-Krise im ersten Quartal 2008 umgerechnet 7,07 Mrd. Euro Verlust erlitten.

(c) EPA (Walter Bieri)

Zürich (Red./Ag). Die Malaise war bereits angekündigt – und trotzdem löste sie kleine Schockwellen an den Börsen aus: Die von der Subprime-Krise schwer geschüttelte Schweizer Großbank UBS hat nun definitiv mitgeteilt, im ersten Quartal dieses Jahres schon wieder 11,53 Mrd. sfr (7,07 Mrd. Euro) verloren zu haben. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte die Bank noch 3,28 Mrd. sfr. Gewinn ausgewiesen.

Die Aktie der UBS, die sich zwischenzeitig ein wenig erholt hatte, ging gleich wieder auf Talfahrt. Obwohl, wie gesagt, der Quartalsverlust in dieser Höhe bereits vorangekündigt worden war, in den Kursen also eigentlich schon enthalten sein sollte.

Am Nachmittag lag der UBS-Kurs jedenfalls um mehr als drei Prozent unter dem Vortageswert. Die UBS-Malaise belastete aber auch alle anderen europäischen Bankenwerte und sorgte für flaue Stimmung an den Börsen.

Schlecht dürfte die Stimmung auch unter den Mitarbeitern der Großbank sein. Denn die schweren Verluste wirken sich jetzt massiv auf die Beschäftigungssituation in der Bank aus. Kurzfristig sollen 5500 Stellen im Konzern gestrichen werden. Womit immerhin sieben Prozent aller UBS-Beschäftigten ihren Job verlieren. Am härtesten trifft es den Bereich Investmentbanking: Da werden bis Jahresende 2600 Stellen gestrichen. Zusätzlich zu den 1500 UBS-Bankern, die das Unternehmen seit Ausbruch der Subprime-Krise schon verlassen mussten.

Wie die Bank mitteilte, habe sich die „Abwärtsspirale“ auf dem US-Hypothekenmarkt im ersten Quartal „immer schneller gedreht“, sodass per 31. März allein in diesem Bereich umgerechnet 12,3 Mrd. Euro Verlust weggesteckt werden mussten. Einen Teil ihrer Subprime-Sorgen ist die Bank freilich los, seit sie risikobehaftete US-Hypothekenpapiere im Nominale von 22 Mrd. Dollar um 15 Mrd. Dollar an die US-Fondsgesellschaft Black Rock verkaufen konnte. Dadurch würden die Risken im bestehenden Portefeuille „substanziell reduziert“, hieß es.

Wann die Schweizer Renommierbank wieder schwarze zahlen schreiben wird., steht freilich in den Sternen. Eine Prognose für 2008 lehnte die Bank jedenfalls ab, in der Bilanz 2007 war ein Verlust von 4,4 Mrd. sfr. angefallen.

AUF EINEN BLICK

Die Schweizer Großbank UBS hat wegen der Subprime-Krise im ersten Quartal 2008 umgerechnet 7,07 Mrd. Euro Verlust erlitten.

5500 Jobs werden gestrichen, der Aktienkurs ging erneut auf Talfahrt. Schwarze Zahlen sind heuer nicht in Sicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.05.2008)

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