Russland rückt wieder ins Rampenlicht

Das transatlantische Tauwetter, aber auch die Annäherung an China könnten Russlands Börse einen neuen Schub verpassen. Geopolitische Spannungen bleiben das größte Risiko.

Pedestrians cross the street behind a billboard showing a pictures of Trump and Putin in Danilovgrad
Pedestrians cross the street behind a billboard showing a pictures of Trump and Putin in Danilovgrad
(c) REUTERS (STEVO VASILJEVIC)

Wien. Schon kurz nach seinem Wahlsieg strebt Donald Trump eine Verbesserung der Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin an. Russland festigt zugleich seine Kontakte mit China. So traf sich am Tag vor den US-Wahlen der russische Premier, Dmitry Medvedev, mit Chinas Premier Li Keqiang, um vor allem über den Energiesektor zu sprechen. Das Handelsvolumen der zwei Großmächte soll auf jährlich 400 Milliarden Dollar steigen. Großer Profiteur dürfte der Energieriese Gazprom sein.
Mit dem Ölpreis steigen auch die russischen Steuereinnahmen. Nikola Stephan, Analystin bei der Deka Bank, verweist auch auf die gesunkene Auslandsverschuldung des Privatsektors, Kapitalabflüsse hätten abgenommen, „sodass die Währungsreserven weiterhin bei rund 400 Milliarden Dollar liegen“.
2017 dürfte das Land die Rezession hinter sich lassen, das Wachstum wird bei der Deka Bank auf 1,1 Prozent geschätzt. Positiv sei die sinkende Abhängigkeit vom Rohstoffsektor, betont Olle Olsson von der Fondsgesellschaft East Capital. An Bedeutung gewinnt auch der Konsum. Nicht grundlos zählt im East Capital Russian Fund die Fluglinie Aeroflot zu den Favoriten. „Sie wächst um mehr als 100 Prozent pro Jahr. Die Flotte ist sehr jung.“ Der Einzelhändler X5 sei die am schnellsten wachsende Lebensmittelkette im Land. Auch der Immobiliensektor entwickle sich gut, davon sollte die LSR Group profitieren.
Abseits der Fondsindustrie scheinen Zertifikate interessant. So bietet der RDX einen weit verbreiteten Basiswert. Der Index setzt sich aus 15 russischen Konzernen zusammen. Größte Gewichtung entfällt auf Gazprom und Rosneft sowie auf die Sberbank und VTB Bank. Die Raiffeisen Centrobank hat einen eigenen Korb an jenen Unternehmen zusammengestellt, die an Russlands Wirtschaftsentwicklung verdienen könnten. Das entsprechende Zertifikat mit Fälligkeit im August 2018 umfasst neun Aktien, drei aus Österreich (Rosenbauer, Strabag, Warimpex). Auch Stahlwerte wie Severstal und Mechel Steel spielen darin eine Rolle.
Für Anleger, die an einen weiteren Anstieg des Rubels glauben, gibt es ein Zinszertifikat. Der darin investierte Betrag wird beim Kauf gleich zum aktuellen Wechselkurs in Rubel getauscht und zum kurzfristigen russischen Geldmarktzins angelegt. Somit setzt man auf die Wechselkursveränderung und auf die höhere Verzinsung in Russland. Anleger müssen aber bereit sein, größere Schwankungen in Kauf zu nehmen.

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