Die EZB hat knapp 1,5 Billionen Euro gedruckt

Bis Dezember will die EZB 2,23 Billionen Euro in Wertpapiere stecken. Jetzt steht sie bei 1,49 Bio.

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(c) REUTERS (Kai Pfaffenbach)

Wien/Frankfurt. Die Methode ist umstritten, aber die EZB zieht ihren Plan durch. Mit ihren Käufen von Staatsanleihen nähern sich die Notenbanker jetzt der Schwelle von 1,5 Billionen Euro. In der Woche bis zum 14. April nahmen die EZB und die nationalen Notenbanken öffentliche Schuldentitel im Umfang von 12,5 Mrd. Euro in ihre Bücher. Diese Anleihen hat die EZB mit frisch gedrucktem Geld gekauft.

In der Woche zuvor waren es noch 16,7 Mrd. Euro. Damit wurden inzwischen Staatstitel und andere öffentliche Schuldenpapiere im Volumen von 1,49 Billionen Euro erworben. Die Währungshüter kaufen diese seit März 2015. Zweck der Anleihenkäufe ist die Anregung der Inflation. Zudem will die EZB Geschäftsbanken dazu bewegen, mehr Kredite an Unternehmen und Haushalte zu verleihen. Auf diese Weise soll die Konjunktur angeheizt werden. Das bis Ende Dezember 2017 angelegte Kaufprogramm soll – einschließlich anderer Wertpapiere wie Firmenanleihen und Pfandbriefe – ein Volumen von 2,28 Billionen Euro erreichen. Ab diesem April sollen monatlich nur noch 60 Mrd. Euro investiert werden – zuvor waren es 80 Milliarden.

 

Druck genommen

Tatsächlich haben sich sowohl die Konjunktur- als auch die Inflationsaussichten in der Eurozone verbessert. Andererseits hat die umstrittene Geldpolitik auch die Zinsen für Staatsanleihen gedrückt. Das ist gleichzeitig positiv und negativ: positiv, weil die Staaten mehr Zeit für Reformen erhalten. Negativ, weil der Druck auf Politiker, diese Reformen auch anzugehen, wieder abgenommen hat. (ag./jil)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.04.2017)

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